Die steirischen Exporte sind 2025 leicht zurückgegangen. Dennoch sprechen die Verantwortlichen von einem respektablen Ergebnis angesichts des schwierigen Umfelds. Während es mit Ländern wie Japan oder Polen viel Wachstum gibt, brechen die Geschäfte mit China und Großbritannien ein.
Die Jahre des großen Exportwachstums sind vorbei. Bereits 2024 verzeichnete die Steiermark einen Rückgang von 2,1 Prozent, im Vorjahr ging es nochmals um einen Prozent nach unten auf 28,2 Milliarden Euro. Im Vergleich zu anderen (Industrie-)Bundesländern ist das Minus aber gering. Dazu kommen die „schwierigen nationalen und internationalen Rahmenbedingungen“ – für ÖVP-Wirtschaftslandesrat Willbald Ehrenhöfer ist die Bilanz 2025 daher „äußerst respektabel“.
Starkes Plus bei Japan und Polen
Der mit Abstand wichtigste Handelspartner bleibt Deutschland, in unser Nachbarland wurden Waren im Wert von 7,6 Milliarden Euro exportiert (plus 1,9 Prozent). Stabilisiert haben sich die zweitplatzierten USA (3,8 Milliarden Euro, plus 0,9 Prozent) und das drittplatzierte Italien (1,7 Milliarden Euro, minus 0,4 Prozent). Besonders positiv entwickelten sich Japan (734 Millionen Euro, plus 30,1 Prozent) und Polen (876 Millionen Euro, plus 10,8 Prozent), auch Tschechien, Spanien, Kanada und Mexiko machen Hoffnung. Deutliche Rückgänge gab es hingegen bei Großbritannien (736 Millionen Euro, minus 35,3 Prozent) und China (1 Milliarde Euro, minus 29,5 Prozent).
Die wichtigsten Warengruppen waren auch im Vorjahr Fahrzeuge bzw. Fahrzeugteile, gefolgt von Maschinen und mechanischen Geräten sowie elektrischen Maschinen und elektrotechnischen Waren. Positiv entwickelt haben sich pharmazeutische Erzeugnisse sowie Holz und Holzwaren, stärkere Rückgänge gab es bei Waren aus Eisen und Stahl.
Wirtschaftsvertreter sehen Politik gefordert
„Export ist der Treibstoff unseres Wohlstands. Die Hälfte der steirischen Wertschöpfung erwirtschaften wir auf den internationalen Märkten“, betont Ehrenhöfer. „Besonders erfreulich ist, dass die Exporte nach Deutschland deutlich zugelegt haben und wir auch auf anderen Märkten im EU-Raum Zuwächse erzielen konnten.“
Wirtschaftskammer-Präsident Josef Herk fordert abermals „dringend“ bessere Rahmenbedingungen, gerade was Arbeits- und Energiekosten betrifft, ein. „Wir brauchen wieder mehr Wendigkeit, und die erreichen wir durch geringere Kosten und weniger Bürokratie im eigenen Land“, ergänzt Kurt Maier, Präsident der Industriellenvereinigung. Und Manfred Kainz, Außenhandelsobmann in der Wirtschaftskammer, mahnt mit Blick auf die Kollektivvertragsverhandlungen im Herbst, dass sich „hoffentlich alle Beteiligten ihrer Verantwortung bewusst sind“. Die Steiermark brauche zudem eine klare Außenhandelsstrategie.
Besuch bei größter Rüstungsmesse
Ein Hoffnungsmarkt ist ja der boomende Bereich Sicherheit und Verteidigung. Steirische Unternehmen werden im Oktober bei der größten Fachausstellung für die US-Landstreitkräfte und Sicherheitsindustrie in Washington D.C. vertreten sein, auch eine Delegationsreise mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom ist geplant. Fokusländer sind laut ICS (Internationalisierungscenter Steiermark) zudem Saudi-Arabien und weiterhin Indien.
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