Chirurg erzählt

Kopf, Zahn, Hand: Das bricht bei Scooter-Unfall

Oberösterreich
19.07.2026 17:30

Sie sind schnell, günstig und aus dem Alltag vieler Jugendlicher kaum mehr wegzudenken. Doch was als lässige Fahrt durch die Stadt beginnt, endet immer öfter im Operationssaal: Im Linzer Kepler Universitätsklinikum behandelt Unfallchirurg Axel Mechtler durchschnittlich einmal pro Woche einen schwer verletzten E-Scooter-Lenker. Warum sein eindringlicher Appell zum Helmtragen unter die Haut geht.

E-Scooter sind günstig, einfach bedienbar, leicht aufzumotzen und brauchen wenig Platz – zahlreiche Vorteile, die die Gefährte vor allem bei Jugendlichen so beliebt machen. Doch auch die Gefahren sind gar nicht ohne – vor allem, wenn man für die Fahrt auf einen Helm verzichtet oder verbotenerweise zu zweit durch die Stadt brettert. 

Jede Woche ein E-Scooter-Lenker am OP-Tisch
Die „Krone“ sprach mit Axel Mechtler, Unfallchirurg im Linzer Kepler Universitätsklinikum, der im Durchschnitt einmal pro Woche einen E-Scooter-Lenker am OP-Tisch liegen hat. Kleinere Verletzungen kommen praktisch täglich vor. „Die vielen E-Scooter-Unfälle sind letztlich durch die Biomechanik bedingt. Kleine Reifen, lange Lenkstangen, hohes Tempo – das geht sich irgendwann einfach nicht aus. Kleine Hindernisse wie Bordsteinkanten, Kanaldeckelkanten oder Straßenbahnschienen genügen, damit es zu schweren Unfällen kommt.“

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Die meisten Verletzten bei E-Scooter-Unfällen sind zwischen 16 und 18 Jahre alt. Sicher 20 bis 40 Prozent waren betrunken, als es passiert ist.

Axel Mechtler

Betroffen seien meist der Kopf, das Gesicht, die Zähne sowie das Handgelenk. In den meisten Fällen haben die jungen Patienten bei den Unfällen keinen Helm getragen. „Und es ist leider auch so, dass Jugendliche oft zu zweit am Scooter stehen. Dadurch wird er wackliger und die Unfallgefahr noch größer,“ sagt Mechtler.

Lange Liste der Leiden
Kopfprellungen, Rissquetschwunden und Hautabschürfungen gehören noch zu den kleinsten Wunden nach Scooter-Unfällen. Die Liste ist wesentlich länger: Mechtler muss Nasenbeinfrakturen, Gesichtsschädelbrüche, Zahnverlust oder Handgelenkfrakturen mit kaputten Speichen- bzw. Unterarmknochen verarzten. Der Unfallchirurg lobt die Helmpflicht – E-Scooter-Lenker müssen bundesweit bis zum vollendeten 16. Lebensjahr  generell einen Kopfschutz tragen: „Ich sag immer: Hirn muss man schützen – wenn man eines hat. Ich finde, das trifft es genau.“

Kurz noch ein Blick in die Statistik Austria: Im ersten Halbjahr 2025 verletzten sich 1125 E-Scooter-Fahrer bei Straßenverkehrsunfällen in Österreich, weitere zwei kamen dabei ums Leben.

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