Alte Handwerkskunst

„Lebte im Kloster und wurde dann Messerschmied“

Oberösterreich
19.07.2026 14:00

Der Oberösterreicher Christian Paschinger fertigt in Handarbeit Klingen. Bis zu 70 Stunden pro Woche steht er in der Werkstatt. Seit zwei Jahren kann er von seinem Traumjob leben. Bis dahin war es ein weiter Weg.

„Das ist jetzt die Arbeit, die ich liebe“, sagt Christian Paschinger. Der 41-Jährige ist selbstständiger Messerschmied in Eferding und einer von ganz wenigen, die von dieser alten Handwerkskunst leben können.

Der Weg bis dahin war weit: Paschinger versuchte sich zuerst als Elektrotechniker und später als Bürokaufmann. Schließlich zog er ins Kloster. „Dort habe ich einen Schmied kennengelernt“, erzählt Paschinger heute. „Da habe ich gemerkt: Das möchte ich auch unbedingt können.“ Also lernte Paschinger, wie man Messer schmiedet, und baute sich im Keller seines Elternhauses eine Werkstatt auf. Seit fünf Jahren ist der 41-Jährige nun selbstständig, seit zwei Jahren kann er von seinem Traumjob leben.

Rund 40 Prozent seiner Messer fertigt der 41-Jährige auf Auftrag, den Rest produziert er selbst ...
Rund 40 Prozent seiner Messer fertigt der 41-Jährige auf Auftrag, den Rest produziert er selbst zum freien Verkauf.(Bild: Markus Wenzel)

In einem Messer stecken 15 Arbeitsstunden
Rund 15 Arbeitsstunden stecken in einem einzigen Messer. Ausgangsmaterial sind kleine Stahlplättchen, die Paschinger einzeln abschleift und anschließend im Ofen bei 1200 Grad feuerverschweißt, also miteinander verbindet. Aus diesem großen Rohstück wird dann das Messer herausgeschliffen – zuerst maschinell, später händisch – und immer wieder durch Erhitzung, Öl und Säure gehärtet. Zum Schluss bekommt das Werkzeug einen Griff.

1) Ausgangsmaterial sind einzelne, kleine Stahlplättchen.
1) Ausgangsmaterial sind einzelne, kleine Stahlplättchen.(Bild: Markus Wenzel)
2) Sie werden im Ofen bei 1200 Grad feuerverschweißt, also miteinander verbunden.
2) Sie werden im Ofen bei 1200 Grad feuerverschweißt, also miteinander verbunden.(Bild: Markus Wenzel)
3) Aus dem so zu einem großen Rohstück verbundenen Stahl wird aufwendig ein Messer geschliffen, ...
3) Aus dem so zu einem großen Rohstück verbundenen Stahl wird aufwendig ein Messer geschliffen, auch händisch.(Bild: Markus Wenzel)
4) Nach rund 15 Arbeitsstunden ist das Messer fertig.
4) Nach rund 15 Arbeitsstunden ist das Messer fertig.(Bild: Markus Wenzel)

Luxemberger Sternenkoch als Kunde
40 bis 50 Messer fertigt Paschinger pro Jahr auf diese Weise an, die allermeisten davon für den Küchengebrauch. Die Verkaufspreise starten bei 150 Euro, doch auch um 700 Euro hat der Schmied bereits ein Messer verkauft.

„Viele Kunden kommen aus der Region“, sagt der 41-Jährige. Sie schätzen die Handwerkskunst. „Ich habe aber auch schon Damast nach Amerika geschickt. Und für einen Luxemburger Sternenkoch mache ich Messerrohlinge.“

„Ich arbeite 60 bis 70 Stunden pro Woche“
Das Messerschmieden ist ein freies Gewerbe, also an keine bestimmte Ausbildung oder Prüfung gebunden. Mehr als eine Handvoll hauptberufliche Messerschmiede dürfte es in Oberösterreich aber nicht (mehr) geben.

Paschinger kann sich nichts anderes mehr vorstellen: „Ich arbeite 60 bis 70 Stunden pro Woche“. Das Geschäft läuft: Im Herbst übersiedelt er weg vom elterlichen Keller in eine größere Werkstatt in Eferding.

Die „Krone“ porträtiert seltene Berufe. Teil zwei der Serie stellt den Job des Messerschmieds vor.

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