Nach dem scheibchenweise Abzug der AUA aus Innsbruck ist der letzte Streich vorerst zumindest verschoben. Im Winter bleibt alles gleich, sprich, die Strecke Innsbruck-Wien wird weiterhin bedient. Was danach kommt, ist aber offen. Es ist jedenfalls kein Geheimnis, dass die Strecke längst keine Cashcow mehr ist. Ganz im Gegenteil.
Die Austrian Airlines (AUA) wollen in Innsbruck bleiben! Zumindest noch bis Ende der nächsten Wintersaison! Das gab die Fluglinie bekannt, nachdem die „Krone“ darüber berichtet hatte, dass man sich im Herbst komplett aus Innsbruck zurückziehen wird.
„Austrian Airlines wird im Winterflugplan 2026/27 dasselbe Flugprogramm wie im vergangenen Winter anbieten. Das Flugprogramm über den Winter hinaus befindet sich noch in Planung und wir befinden uns dazu in engem wie auch gutem Austausch mit dem Flughafen Innsbruck“, heißt es dazu.
Das lässt natürlich Raum für Spekulationen. Wie auch über jene, dass die „Avanti Air“ mit ihren Propeller-Dashs die AUA-Flüge ab Innsbruck übernehmen könnte. Und zwar mit Unterstützung von Tiroler Investoren.
„ÖVP Nudeltruppe“: Politischer Schlagabtausch
Kritik, dass es überhaupt so weit kommen konnte, kam von der FPÖ. Wiederholt warnen die Freiheitlichen vor einem schleichenden Bedeutungsverlust des Flughafens Innsbruck und fordern eine strategische Neuausrichtung, Professionalisierung und aktive Standortpolitik für Tirols wichtigste internationale Verkehrsdrehscheibe. Nationalrätin Barbara Kolm, Innsbrucks FPÖ-Obmann Rudi Federspiel und LA Evelyn Achhorner sehen hier ein Versagen der Politik: „Das haben wir vom jahrelangen Wegschauen!“
FPÖ-Nationalrat Peter Wurm polterte auf Facebook: „Diese vollkommen inkompetente ÖVP Nudeltruppe in Tirol sollte besser heute als morgen zurücktreten. Totalversagen mit Ansage!“
„Es ist zum Kopfschütteln ...“
ÖVP-Nationalrat Jakob Grüner entgegnete: „Es ist zum Kopfschütteln, den politischen Mitbewerber in dieser Situation als inkompetent zu bezeichnen. Die Debatte zeigt, dass der Flughafen Innsbruck zu wichtig ist für politisch motivierte Grußbotschaften. Wir können uns keine Abwanderung Tiroler Betriebe mangels internationaler Erreichbarkeit leisten. Parteipolitische Angriffe sabotieren die laufenden Gespräche mit den Airlines. Daher habe ich schon vor einem Jahr eine parlamentarische Petition eingebracht und werbe seither mit LR Gerber für einen Tiroler Schulterschluss. Kein Vorwahlkampf ist es wert, die Zukunft unseres Standorts aufs Spiel zu setzen.“
Der „Krone“-Bericht darüber, dass sich die AUA vom Flughafen Innsbruck in naher Zukunft komplett zurückziehen könnte, hat die Alarmglocken schrillen lassen. Die AUA dementierte umgehend – was zu erwarten war. Aber in erster Linie den Zeitpunkt. Im Winter würde noch alles gleich bleiben.
Danach? Alles offen! Wobei man ja schon länger weiß, dass Tirol für die AUA ein finanzieller Klotz am Bein ist. Die Zeiten, in denen Flüge von Innsbruck für die AUA noch eine Cashcow waren, sind längst vorbei. Die politischen Akteure in Amerika und Europa tun alles, um die Wirtschaft in Europa zu schwächen. Der Iran-Krieg treibt die Ölpreise immer noch weiter nach oben. Und die ÖBB sind mittlerweile eine enorme Konkurrenz für die AUA.
Fazit: Flugstrecken von Innsbruck aus sind aktuell nicht gewinnbringend zu betreiben. Kein Wunder also, dass die AUA händeringend eine Tiroler Exit-Strategie sucht.
Nachdem die Landespolitik nicht gewillt ist, so wie in Linz Geld in die Hand zu nehmen, muss man froh sein, dass es private Investoren gibt, die den Flughafen Innsbruck retten wollen. Mit der deutschen „Avanti Air“ soll das AUA-Loch – wann auch immer – gestopft werden.
Zugutekommen könnte die Bahnsperre übers Deutsche Eck im kommenden Jahr – dadurch verlängert sich die Fahrzeit Innsbruck-Wien um 90 Minuten. Damit wird Fliegen auch wieder interessanter. Man muss nur aufpassen, dass man nach der Bahnsperre nicht komplett ohne Fluglinie dasteht. Denn bei einem Privaten gibt es im Vergleich zu einem Staatlichen keinen politischen Hebel ...
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