Die Vorwürfe von Fremden, die online ihre Meinung kundtun – und der Zusammenhalt in der Gemeinde! Zwischen diesen zwei Welten pendelt jener Landwirt, in dessen Stall 600 Schweine verbrannt sind. Der Jungbauer hatte erst kürzlich den Hof vom Vater übernommen.
„Es ist eine zusätzliche Belastung. Wir haben gesagt, er soll sie einfach nicht lesen“, erzählt Georg Neuhauser, Kommandant der FF Gundendorf, und meint damit die zahllosen Hass-Kommentare, mit denen sich ein Landwirt nach dem Brand seines Maststalls in Pettenbach konfrontiert sieht. Denn während online die Kritik nach dem tragischen Tod von 600 Schweinen in den Flammen groß ist, ist vor Ort Zusammenhalt angesagt.
Überlegen, wie es weitergeht
„Am Sonntag waren 40 Leute da, am Montag rund 30 – vor allem FF-Kameraden, Freunde und Nachbarn“, so Neuhauser. Mühevoll mussten die 600 Kadaver händisch aus der Brandruine gebracht und auf Lastwagen der Tierkörperverwertung verstaut werden. „Sie wurden schon am Sonntag abgeholt. Am Montag haben wir noch letzte Aufräumarbeiten durchgeführt“, so Neuhauser. Jetzt könne die Familie in Ruhe überlegen, wie es weitergeht. Senior- und Juniorlandwirt seien selbst aktive Feuerwehrmänner. Erst Anfang Juli hatte der 60-Jährige den Hof an den Sohn (31) übergeben. Vom bei den Löscharbeiten verletzten Feuerwehrmann gibt es indes gute Nachrichten. Er konnte das Krankenhaus bereits am Samstag wieder verlassen.
Nach Vorschrift gebaut
Da 600 Tiere in dem Gebäude gehalten wurden, fragen sich viele Leser, warum es keine Sprinkleranlage gegeben habe. „Das Österreichische Institut für Bautechnik gibt die Richtlinien für landwirtschaftliche Gebäude vor“, weiß Vitus Lenz, Baureferent bei der Landwirtschaftskammer OÖ. Darin sind unter anderem Fluchtwege, die Größe von Brandabschnitten oder C-zertifizierte Baustoffe vorgeschrieben, aber keine Sprinkleranlagen. Lenz geht davon aus, dass beim Bau des abgebrannten Gebäudes alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt wurden.
Keine Brandstiftung
Weiterhin ist unklar, was das Feuer ausgelöst hatte. Sonntagvormittag haben Brandermittler ihre Arbeit vor Ort beendet – Brandstiftung wird aber bereits ausgeschlossen.
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