Ladepark als Auslöser

Nachbarschaftskrach in kleinstem Ort des Landes

Oberösterreich
14.07.2026 11:20

Dicke Luft in der 292-Einwohner-Gemeinde Rutzenham. Dem erfinderischen Gastronom Alfons Baldinger wird vorgeworfen, den E-Ladepark und den Speicher zu groß gebaut zu haben. Auch der Ortschef steht in der Kritik, gegen ihn wurde eine Aufsichtsbeschwerde bei der Direktion für Inneres und Kommunales eingebracht.

Mit der Errichtung des E-Ladeparks sorgte Gastronom Alfons Baldinger bereits für Schlagzeilen. Auf dem Parkplatz vor seinem Wirtshaus „Zum Alfons“ können acht Elektroautos gleichzeitig vollgetankt werden. Das Besondere: Die Ladesäulen stehen in Rutzenham, die mit 292 Einwohnern die kleinste Gemeinde des Landes ist. „Damit haben wir die höchste E-Ladedichte in Oberösterreich“, ist der Wirt stolz auf sein Projekt.

Alfons Baldinger führt seit 1998 ein Gasthaus in Rutzenham und fiel immer wieder mit kreativen ...
Alfons Baldinger führt seit 1998 ein Gasthaus in Rutzenham und fiel immer wieder mit kreativen Energie-Projekten auf. Nun erzürnt sein E-Ladepark und Speicher eine Nachbarin.(Bild: Wolfgang Spitzbart)

Bei seiner Nachbarin Isabella Wambacher stößt Baldingers Innovationsgeist auf wenig Begeisterung. Sie wirft ihm vor, den Energiespeicher viel zu groß dimensioniert zu haben. Statt einem Betonmantel sei eine Holzverkleidung gebaut, statt einem Flachdach ein Pultdach aufgestellt worden. Hinzu käme eine erhebliche Lärmbelästigung, die bei den Bauverhandlungen als nicht relevant bezeichnet wurde.

Anrainerin sieht Rechte nicht gewahrt
Wambacher, bei den Neos als Kampagnenmanagerin beschäftigt, spart auch nicht mit Kritik an ÖVP-Bürgermeister Anton Helmberger. Bei der Direktion für Inneres und Kommunales legte sie eine Beschwerde ein: „Aus meiner Sicht hat die Gemeinde eine wesentliche Abweichung zwischen dem in der Bauverhandlung vorgestellten Projekt und der tatsächlich errichteten Ausführung nicht ordnungsgemäß geprüft. Sie hat die einseitige Änderung als zulässig behandelt, ohne eine neuerliche Bauverhandlung durchzuführen und ohne meine Nachbarrechte neuerlich zu wahren.“ Gastronom Baldinger schüttelt den Kopf: „Es ist alles rechtens. Statt dem Betonmantel habe ich mich für einen Container mit einer dicken Dämmwolle entschieden. Zwecks der Optik habe ich eine Holzverkleidung angebracht. Das Pultdach bietet die Möglichkeit für eine PV-Anlage.“

Seiner Nachbarin richtet er aus: „Sie ist vor einigen Jahren nach Rutzenham in ein Mischgebiet gezogen, das ist ein Gewerbegebiet. Da kann ich ihr auch nicht helfen.“ Bürgermeister Helmberger war urlaubsbedingt nicht erreichbar. Aus dem Bauamt heißt es: „Alle Bauten wurden konsensmäßig errichtet. Es ist nichts zu groß ausgefallen. Die Ausführung ist zwar anders, fällt aber nicht aus dem Rahmen und entspricht allen Brandschutzkriterien.“ 

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