Experte zu Marterbauer

„Das Leben nach Krebs-Diagnose ist ein anderes“

Innenpolitik
13.07.2026 18:57

Die Krebsdiagnose von Finanzminister Markus Marterbauer erschüttert die Politik. Onkologe und Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda erklärt im „Krone“-Gespräch, was die Krankheit für das Leben der Betroffenen bedeutet.

Paul Sevelda, Onkologe und Präsident der Krebshilfe Österreich, im „Krone“-Gespräch über die Erkrankung des Finanzministers und seine Heilungschancen.

Was für ein Krebs ist das?

Die Lymphdrüsen des Finanzministers sind befallen, erkannt wird diese Krebsart „durch die Entfernung eines vergrößerten Lymphknotens“, der dann untersucht werden kann. Umgangssprachlich spricht man vom „Lymphdrüsenkrebs“.

Wie stehen die Heilungschancen?

Laut Sevelda nicht schlecht: „Dank der modernen Medizin gibt es wirksame Therapien und sehr gute Langzeitprognosen“.

Wie läuft die Behandlung?

Lymphome werden normalerweise mit einer Chemo- und Immuntherapie behandelt. Auch eine Strahlentherapietherapie kann Teil davon sein.

Markus Marterbauer machte seine Krebserkrankung öffentlich.
Markus Marterbauer machte seine Krebserkrankung öffentlich.(Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)
Was heißt das für Patienten?

„Das Leben nach einer Krebsdiagnose ist ein anderes“, so der Experte. Für viele ist es ist ein „Schock, den man erst einmal verdauen muss“. Auch für das gesamte Umfeld sei diese Erkrankung eine Belastung.

Wo finden Patienen Unterstützung?

„Vor allem bei ihrer Familie – sie ist die wichtigste Stütze in dieser Zeit.“ Aber auch an eine der vielen Beratungsstellen der Krebshilfe Österreich können sich Betroffene wenden.

Wieso häufen sich Krebsdiagnosen?

Tatsächlich gibt es eine Zunahme an Ersterkrankungen weltweit. „Auch in Österreich ist das so. Von 45.000 Erstdiagnosen steigt die Zahl in den kommenden Zahlen laut Prognosen auf 60.000 an“, so Sevelda. Woran das liegt? „Einerseits werden wir immer älter und andererseits haben wir verschiedene Verhaltenszüge angeeignet, die eine Erkrankung wahrscheinlicher machen“, erklärt der Onkologe. Dazu gehört Fettleibigkeit, mangelnde Bewegung, Nikotin-Konsum und ungesunde Ernährung.

Was kann dagegen getan werden?

Mehr Möglichkeiten gegenzusteuern, sieht Sevelda bei der Politik. Bei Präventivmaßnahmen gäbe es „noch viel Luft nach oben“. Etwa sollte für Jugendliche der Zugang zu Nikotin sollte erschwert werden: „Wir wissen aus Studien, dass Jugendliche bei höheren Preisen auf Nikotin verzichten würden.“ 

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