„Die OMV kann dadurch die Inlandsproduktion um 50 Prozent erhöhen!“ Es war Juli 2023, als der Konzern mit der Meldung an die Öffentlichkeit ging, das „größte Erdgasfeld Österreichs seit 40 Jahren“ entdeckt zu haben. Nun sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, die Bohrstelle angeschlossen – und das Gas kann fließen . . . und das kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, da über Importe viel debattiert wird.
Zur Größenordnung: In der ersten Phase mit Lieferungen für den Winter 2026/2027 rechnet die ÖMV mit bis zu 48 Terawattstunden (TWh) förderbarer Ressourcen. Zum Vergleich: Der Jahresbedarf in Österreich beträgt 80 bis 90 TWh. „Die tägliche Förderung der OMV im Inland kann ab dem Frühjahr 2025 um rund 50 Prozent erhöht werden“, prognostizierte OMV-Boss Alfred Stern im Sommer 2023.
Wir sehen für den weiteren Ausbau der Gasförderung in der Region ein Investitionspotenzial von rund 500 Millionen Euro, je nach zukünftigen Entscheidungen.

Alfred Stern, CEO der OMV AG
Bild: OMV
Anschluss ans Netz dauerte ein Jahr länger, aber nun fließt das Gas
Nun kann aber der Gashahn aufgedreht werden: „Das neue Gasfeld für uns auch ein zentraler Energieträger der Transformation – es sichert heute die Energieversorgung und ermöglicht gleichzeitig den Übergang in ein sauberes und erneuerbares Energiesystem“, äußerte sich OMV-CEO Stern am Montagvormittag. Die Jubelstimmung von damals, als die größte Gasblase in 5000 Metern Tiefe angezapft worden ist, lebt jetzt voll wieder auf.
• Niederösterreich ist die Wiege der OMV – 70 Jahre Partnerschaft zwischen OMV und Land Niederösterreich. OMV ist sehr stark regional verankert.
• Die OMV unterstützt zahlreiche Projekte und Aktivitäten in den Gemeinden in Niederösterreich, in denen sie aktiv ist und war. Zum Beispiel durch die enge und nachhaltige Kooperation mit dem „Gemeindeverband der niederösterreichischen Erdöl- und Erdgasgemeinden”.
• Rund 1.900 hochqualifizierte Mitarbeiter:innen an den OMVStandorten in NÖ – davon rund 420 Mitarbeiter am Standort Gänserndorf (inkl. 26 Lehrlinge → Fokus auf Fachkräfteausbildung in Niederösterreich).
• Rund 11.000 Arbeitsplätze werden in Niederösterreich durch die Tätigkeit der OMV indirekt gesichert.
• Obertage-Einrichtungen entsprechen den Produktionsanforderungen der nächsten 20 Jahre
• Weltklasse Labor in Gänserndorf: OMV Austria gilt als technologisches Center of Excellence weltweit innerhalb des Konzerns und stellt somit die Basis des weltweiten Erfolges dar.
• Raffinerie Schwechat ist eine der größten und modernsten Binnenraffinerien Europas mit eigenem Technikum.
Freude auch von politischer Seite
Es sei auch ein Beitrag, dass „Österreich widerstandsfähiger, unabhängiger und krisenfester wird. Gerade die aktuellen geopolitischen Verwerfungen führen sehr deutlich vor Augen, wie wichtig es ist, die eigenen Potenziale klug zu nutzen“, kommentiert auch Bundeskanzler Christian Stocker die im zweiten Quartal dieses Jahres startende Förderung.
Investitionen von insgesamt 150 Millionen Euro rentieren sich ab nun
Die Gesamtinvestitionen belaufen sich – für die erste Phase – auf rund 150 Millionen Euro, davon etwa 70 Millionen für Bohrungen und 80 Millionen für Infrastruktur und Anlagen. Um die Förderstelle auszubauen und an das dortige Gasnetz anzuschließen, wurde bereits lokale Wertschöpfung geschaffen, die sich jetzt fortsetzt: Die Bohrstelle sichere qualifizierte Arbeitsplätze und stärke technologische Kompetenz, betont man seitens des Konzerns.
Schon bisher sind im Weinviertel etwa 100 „Fördersonden“ im Einsatz. Für die neue Station wurde nach Freigabe aller Genehmigungen eine unterirdische Leitung in den von der Bohrstelle nahe Wittau knapp zehn Kilometer weit entfernten Gasverteilerknoten bei Lassee verlegt. Es bedurfte auch einer Ausschreibung für Vertragspartner sowie einer finalen Genehmigung – jetzt ist aber alles fertig, damit das „gasförmige Gold“ fließen kann!
Die „Ausbeute“ im Vergleich in Zahlen – und: Wer verbraucht das Gas?
In ersten Berechnungen wurde angegegeben, dass „mit nur einer Tagesproduktion der jährliche Bedarf von knapp 300 Haushalten gedeckt werden kann“. Gerade jetzt in Zeiten der Energiekrise ist es ein Segen, dass nach drei Jahren die Bohrstelle endlich in Betrieb gehen kann. Schon damals hieß es übrigens auf Nachfrage der „Krone“, dass „die gesamte Ausbeute ins österreichische Gasnetz fließt und dort verbraucht wird“.
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