Wirbel in Singapur

Strohhalm abgeschleckt: Franzosen droht Gefängnis

Ausland
13.07.2026 13:57
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine dreiste Internetaktion mit einem Strohhalm könnte für einen französischen Studenten in Singapur ernste Konsequenzen nach sich ziehen.

Der 19-Jährige muss sich vor Gericht verantworten, weil er einen Strohhalm aus einem Getränkeautomaten zunächst durch den Mund gezogen und dann in das Gerät zurückgesteckt hatte. Ein Video davon postete er auf seinem Instagram-Account, wie der örtliche Sender Channel News Asia (CNA) am Montag unter Berufung auf die Justiz berichtete.

Dem Franzosen werden Sachbeschädigung und Störung der öffentlichen Ordnung vorgeworfen. Ihm drohen bei einem Schuldspruch mehr als zwei Jahre Gefängnis oder eine Geldstrafe – oder beides. Die Verteidigung will Medienberichten zufolge hingegen auf eine Bewährungsstrafe plädieren. Laut Anklage ereignete sich der Vorfall im März bei einem Saftautomaten im Einkaufszentrum Goldhill Centre. Der Betreiber des Automaten musste daraufhin sämtliche 500 Trinkhalme austauschen. Der entstandene Schaden belief sich den Gerichtsunterlagen zufolge auf fünf Singapur-Dollar (3,39 Euro).

Student muss um seinen Aufenthaltstitel bangen
Das Verfahren sollte in der Früh (Ortszeit) eigentlich mit einem Schuldbekenntnis vor Gericht weitergehen. Stattdessen wurde die Verhandlung vertagt. Grund: Die Staatsanwaltschaft erklärte, zunächst solle mit der Einwanderungsbehörde geklärt werden, ob dem Studenten im Falle einer Verurteilung der Aufenthaltstitel entzogen wird. Dies könne Auswirkungen auf das Strafmaß haben.

Der Franzose besitzt einen Studentenpass und studiert an der ESSEC Business School in Singapur. Auch die renommierte Hochschule leitete den Angaben zufolge eine Untersuchung ein.

Bis heute Kaugummi-Verbot
Der wohlhabende Stadtstaat ist für seine strengen Gesetze und deren konsequente Durchsetzung bekannt. Hohe Sauberkeitsstandards und strikte Regeln im öffentlichen Raum gehören seit Jahrzehnten zum Markenzeichen Singapurs. Bis heute ist Reisenden etwa die Einfuhr von Kaugummis nach Singapur strengstens verboten. So sollen Vandalismus und Verschmutzung von Gehsteigen und anderen öffentlichen Orten verhindert werden.

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