Zwei Einsätze mit Hubschrauber am Wochenende in der Steiermark: Die Helfer in den Bergen sind in den Ferien besonders gefordert. Wie Einsätze vermeidbar wären – und mit welchen Kosten zu rechnen ist.
Mit dem Ferienstart hat auch die Hochsaison für die Bergrettung begonnen, besonders in den touristischen Hochburgen kommt es täglich zu Einsätzen. So musste erst am Freitag im Hochschwabgebiet ein Alpinist aus einer Felswand gerettet werden, er hing fest. Zur Rettung wurde ein Polizeihubschrauber hinzugezogen – am Samstag musste dieser ebenfalls ausrücken, da sich ein 60-jähriger Tourist in den Schladminger Tauern verstiegen hatte. Seine Begleiterin rief kur vor Einbruch der Dunkelheit die Rettungskräfte. Beide Male konnten die Personen unverletzt geborgen werden.
„In solchen Fällen oder bei erschöpften Personen unterstützt der Polizeihubschrauber“, erklärt Enrico Radaelli, Sprecher der Bergrettung Steiermark. Bei verletzten oder erkrankten Personen wird die Flugrettung zusätzlich zu den Helfern am Boden, die gleichzeitig losmarschieren, verständigt. An Bord sind dann ein Notarzt und ein ausgebildeter Notfallsanitäter.
Für Nachwuchs ist gesorgt, Stoßzeiten trotzdem Problem
53 Ortsstellen mit 1900 Bergrettern zählt die Steiermark. Über den Nachwuchs macht sich Radaelli keine Sorgen, nur kämen die Helfer in den Stoßzeiten an ihre Grenzen. Immerhin müsse man Familie, Beruf und Ehrenamt vereinen. „Vor zwei Jahren haben wir erstmals die Marke von 2000 Einsätzen im Jahr geknackt, seither liegen wir bei 2300 Einsätzen jährlich.“ Ob Tourist oder Einheimischer, auf den Bergen sei schlicht mehr los. Dadurch würde auch die Wahrscheinlichkeit für Unfälle steigen.
Wetter, Weg, eigenes Können
Wichtig ist laut dem Fachmann die Tourenplanung, dies könne man nicht oft genug wiederholen. „Wenn ich am Berg unvorbereitet bin, kann einfach mehr passieren.“ Neben der Einschätzung des Wetters, der passenden Ausrüstung und des Wegs bzw. Ziels an sich, muss man seine eigenen Fähigkeiten (oder die der ganzen Gruppe) richtig einschätzen. „So minimiere ich das Risiko!“
Die Rettung am Berg braucht Zeit. Daran sollte man denken.
Enrico Radaelli
Passieren könnten Unfälle jedem, aber Selbstüberschätzung sei oft ein Problem, warnt Radaelli. Lieber einmal früher umdrehen, das Ego beiseite lassen und dafür weder sich oder die Gruppe in Gefahr bringen. Wenn es aber wirklich zu einer brenzligen Situation kommt, dann sollte man rechtzeitig Hilfe rufen. Denn: „Die Rettung am Berg braucht Zeit“, erklärt Radaelli.
Einsätze nicht billig
Zudem ist ein Einsatz nicht billig: Ca. 3000 Euro rechnet man für ein Standardszenario, bei größeren Einsätzen wie etwa Suchaktionen (oder Lawinenabgängen im Winter) sind es dann schon eher 12.000 Euro. Mitglieder alpiner Vereinigungen bleiben nicht auf den Kosten sitzen. Sie sind versichert. Das ist aber kein Freifahrtsschein. „Planung und Einschätzung muss jeder immer beachten!“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.