Die fünf Burschen trieben in ganz Wien ihr Unwesen. In nur wenigen Nächten nahm die syrische Jugendbande Dutzende Autos ins Visier; die Beute fiel mager aus. Vor Gericht will sich besonders der vorbestrafte 14-Jährige an nichts mehr erinnern. Drei Angeklagte kommen milde davon.
„Sie waren drei Tage auf freiem Fuß, bis wieder etwas passiert ist“, konfrontiert Frau Rat den 14-jährigen Zweitangeklagten im Wiener Landesgericht. Denn erst vor einigen Wochen saß der Bursche vor ihr. Und auch da ging es um Einbruchsdiebstähle. Er fasste vier Monate auf Bewährung aus; sogar in Untersuchungshaft saß er.
Zig Autofenster eingeschlagen
Eine Lehre dürfte ihm das nicht gewesen sein: Mit weiteren vier Jugendlichen dürfte der Syrer einen verstörenden Rekord aufgestellt haben. Sie brachen in verschiedenen Konstellationen sage und schreibe 68 Autos auf und stiegen in Geschäfte ein – teilweise blieb es zum Glück beim Versuch.
101 Anklagefakten gegen syrische Jugendbande
Insgesamt geht es um 101 Fakten, die den 14- bis 16-Jährigen vorgeworfen werden. Und das in einem Zeitraum von nur wenigen Tagen. An den sich zumindest der Erst- und der Zweitangeklagte großteils nicht mehr erinnern wollen. Geduldig hält ihnen die Richterin jedes aufgebrochene Auto vor. Die gelangweilte Antwort: „Ich weiß nicht.“
Bei der Polizei war der Bursche noch gesprächsbereiter: „Wir haben bei den Autos die Seitenscheiben eingeschlagen und sie durchsucht.“ Weil es nun Zeugen braucht, wird das Verfahren gegen die zwei Haupttäter vertagt.
Drei weitere Syrer gestehen die wenigen Fakten, die ihnen vorgeworfen werden. Einer der Verteidiger bringt auf den Punkt: „Das waren jugendliche Blödheiten, die mein Mandant mit den anderen Angeklagten begangen hat.“ Zwei der Bande werden zu drei Monaten bedingter Haft verurteilt. Ein weiterer 14-Jähriger kassiert eine Verurteilung ohne Strafe. Nicht rechtskräftig.
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