Zu hohe Temperaturen

„Fische führen einen Überlebenskampf in der Mur“

Steiermark
11.07.2026 06:00

Die Hitze lässt die Wassertemperaturen steigen. Die Tierwelt etwa in der Mur in der Steiermark ist dadurch bedroht. Aufgrund der Erwärmung des Grundwassers wird aber auch das Trinkwasser in der Grünen Mark wärmer.

Die Hitzewelle vor zwei Wochen machte nicht nur uns Menschen zu schaffen. Auch Tiere litten unter den extremen Temperaturen – selbst die, die im Wasser leben. Denn egal ob See oder Fluss, die steirischen Gewässer erwärmen sich merklich und schnell.

Bangen um Huchen
In Teilen der Mur wurden Anfang Juli bereits Wassertemperaturen von bis zu 24 Grad gemessen. Ein Wert, der Naturschützern und Experten Sorgen bereitet. „Die Artenvielfalt unter Wasser leidet extrem unter diesen Temperaturen“, gibt Franz Keppel, bekannt als „Huchenfranz“, zu bedenken. Sein „Schützling“, der Huchen, ist ein Kaltwasserfisch. Für ihn sind kühle, sauerstoffreiche Fließgewässer überlebensnotwendig: „Bis 20 Grad Wassertemperatur ist er lebensfähig, alles, was darüber liegt, wird kritisch.“

Anfang Juli wurden in Teilen der Mur bereits 24 Grad gemessen.
Anfang Juli wurden in Teilen der Mur bereits 24 Grad gemessen.(Bild: Franz Keppel)

Niedrige Wasserstände begünstigen Erwärmung
Infolge der steigenden Temperatur suchen die Fische aktiv nach Stellen, an denen das Wasser noch kühler ist, etwa Zuflüsse von Grundwasser oder Quellen. „Man kann beobachten, wie die Tiere bei diesen Zuflüssen stehen und nicht davonschwimmen, einfach nur, weil das Wasser kühler ist“, erzählt Keppel. Hinzu kommt der niedrige Wasserstand der Mur, der die Erwärmung zusätzlich begünstigt. Sein dringender Appell an alle Angler: „Die Fische bei dieser Hitze bitte nicht zusätzlich durch ein Hobby noch mehr stressen!“

Selbst die Fische im Wasser benötigten also dringend eine Abkühlung. Die niedrigeren Temperaturen der vergangenen Woche kamen folglich genau richtig: „Zum Glück sind die Nächte aktuell wieder kühler, sonst hätten wir ein großes Problem“, atmet „Huchenfranz“ durch. 

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Den Fischen geht es dreckig, bei dieser Hitze. Es ist ja erst der Anfang vom Sommer, ich fürchte mich schon vor den nächsten Tropennächten.

„Huchenfranz“ Franz Keppel

Steirisches Trinkwasser wird wärmer
Von der Erwärmung betroffen ist übrigens auch das steirische Grundwasser: „Wir können bereits seit 20 Jahren beobachten, dass das Grundwasser immer wärmer wird“, sagt Michael Ferstl, Leiter des Referats Wasserwirtschaftliche Planung.

Im Zuge der der Energiewende seien viele Wasserwärmepumpen im Einsatz, die im Sommer vorrangig zum Kühlen verwendet werden und das Grundwasser dadurch erwärmen. Das Problem: „Es geht dabei ja auch ums Trinkwasser. Niemand möchte warmes Wasser trinken“, sagt Ferstl.

Zudem sei bei höheren Temperaturen die Gefahr von Bakterien im Wasser größer. Wie man dagegen vorgehen kann? „Rein theoretisch wäre es möglich, gewisse Zonen auszuweisen, in denen man nicht mehr mit Grundwasser kühlen darf“, so Ferstl.

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