Schockierende Zahlen

1300 politische Gefangene auf Kuba dokumentiert

Ausland
09.07.2026 18:47
Porträt von krone.at
Von krone.at

Vor dem fünften Jahrestag der Massenproteste vom 11. Juli 2021 auf Kuba hat die Organisation Prisoners Defenders mehr als 1300 politische Gefangene auf der sozialistischen Insel verzeichnet.

Im Vorfeld des Jahrestags habe die Regierung in Havanna ihr Vorgehen gegen potenzielle Anführer neuer Proteste präventiv weiter verschärft, heißt es in einem Bericht der Menschenrechtsorganisation mit Sitz in Madrid. Allein im Juni seien 32 neue politische Gefangene erfasst worden. Dazu zählten Urheber digitaler Inhalte, Journalisten, ein Rapper, ein evangelischer Pastor, Oppositionelle und ein Arzt. Weitere 21 Fälle würden derzeit überprüft.

„Die Beweislage deutet auf ein repressives Vorgehen hin, das sich gegen Personen mit gesellschaftlichem Einfluss richtet, um jeglichen Mobilisierungsversuch vor dem Jahrestag des 11. Juli zu verhindern“, erklärte die Organisation. Von den als politische Gefangene eingestuften Menschen seien 40 bei ihrer Festnahme noch minderjährig gewesen.

Die Menschen in Kuba sind zunehmend unzufrieden mit ihren Lebensrealitäten.
Die Menschen in Kuba sind zunehmend unzufrieden mit ihren Lebensrealitäten.(Bild: EPA/Ernesto Mastrascusa)

Proteste nehmen zu
Auf Kuba kam es in den vergangenen Monaten vermehrt zu kleineren Protesten gegen die anhaltenden Stromausfälle. Seit 2021, als Teilnehmende der Massenproteste in großer Zahl festgenommen wurden, hat es jedoch keine vergleichbaren Großdemonstrationen mehr gegeben. Die Proteste vom 11. Juli 2021 galten als die größten seit der Revolution von 1959 unter Fidel Castro.

Verbleib von Künstler Otero nach Entlassung unbekannt
Die meisten Aktivisten und Dissidenten befinden sich inzwischen entweder in Haft oder im Exil. Einer von ihnen ist der bildende Künstler Luis Manuel Otero Alcántara. Nach der vollständigen Verbüßung seiner fünfjährigen Haftstrafe hätte Otero an diesem Donnerstag (Ortszeit) freikommen sollen. Laut der Organisation Justicia 11J wurde er jedoch bereits vor zwei Tagen aus einem Hochsicherheitsgefängnis abgeholt; sein Verbleib sei seither unbekannt.

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