Hilferuf:

Finanzielle Zukunft der Linzer Med-Uni ist unklar

Oberösterreich
09.07.2026 17:33

Für den Vollausbau der medizinischen Fakultät in Linz sind in den nächsten 15 Jahren Hunderte Millionen Euro nötig. Für diese ist eigentlich der Bund in der Pflicht, doch läuft eine wichtige Vereinbarung dafür aus. Wie es dann weitergeht, ist ein großes Fragezeichen und Damoklesschwert fürs Land.

Das darf als Hilferuf verstanden werden: Das Land OÖ, die Stadt Linz und das Kepler Universitätsklinikum (KUK) drängen auf eine langfristige Finanzierungszusage des Bundes für die Medizinische Fakultät in Linz. Denn ohne neue Vereinbarung droht ab 2029 ausgerechnet jenes Projekt ins Stocken zu geraten, das von der Politik – vor allem in OÖ – als medizinische Erfolgsgeschichte gefeiert wird.

Pro Jahr geht´s um 50 Millionen Euro
Konkret geht es um die zweite Aufbauphase der Med-Fakultät bis 2039. Die derzeitige 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Land läuft Ende 2028 aus. Danach braucht es eine neue Finanzierungsgrundlage. Nach Angaben des Landes sind dafür ab 2029 durchschnittlich rund 50 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr notwendig – in Summe also mehrere hundert Millionen Euro bis zum geplanten Vollausbau.

Verbindliche Zusage fehlt
Gesundheitsreferentin und LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) bestätigte, dass seit rund einem Jahr sowohl auf politischer als auch auf Beamtenebene Gespräche mit dem Bund laufen. Man fühle sich in Wien zwar „gehört, ernst genommen und wertgeschätzt“, nun brauche es aber eine verbindliche Zusage, um den Ausbau absichern zu können. Hinter den Kulissen wächst der Zeitdruck. KUK-Geschäftsführer Meinhard Lukas macht keinen Hehl daraus, dass ohne rasche Einigung mit dem Bund die Planungssicherheit verloren geht. Der weitere Ausbau stünde auf der Kippe. Eine Vereinbarung soll deshalb spätestens im ersten Halbjahr 2027 stehen.

Stärkere Bindung an Standort nötig
Der Entwicklungsplan der Medizin-Fakultät sieht in den kommenden Jahren unter anderem zehn zusätzliche klinische Lehrstühle, zwei weitere Professuren mit klinischem Schwerpunkt sowie acht Professuren im Forschungsbereich „Personalisierte Technische Medizin“ vor. Außerdem sollen wissenschaftlich tätige Ärzte stärker an den Standort gebunden werden.

Linz schlechter gestellt
Lukas verweist darauf, dass Linz bei den Bundesmitteln gegenüber den anderen Medizin-Universitäten deutlich schlechter gestellt sei: „Das muss mit der neuen Vereinbarung korrigiert werden.“ 

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