Der Vorarlberger Heimatort von Hermann Gmeiner sucht eine Lösung für jenen Saal, der nach dem Gründer des SOS-Kinderdorfs benannt ist. Gmeiner wird mehrfacher sexueller Missbrauch vorgeworfen. Am Montag entscheiden die Gemeindevertreter.
Der Skandal um SOS-Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner hat auch für einige Kommunen weitreichende Folgen. So hatte etwa Gmeiners Heimatgemeinde Alberschwende im Bregenzerwald seinen Gemeindesaal nach dem berühmten Sohn benannt. Nachdem die Vorwürfe gegen Gmeiner aufgekommen waren, wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich mit dem weiteren Umgang mit dem Andenken an Gmeiner beschäftigen sollte.
Nun ist man bereits einen Schritt weiter: Am Montag wird die Gemeindevertretung über einen neuen Namen für den Saal abstimmen. In der Vergangenheit sind zahlreiche Vorschläge eingebracht worden, erklärte Bürgermeister Klaus Sohm bei einer Informationsveranstaltung am Mittwoch. Die Aberkennung der Ehrenbürgerschaft sei hingegen nicht möglich – aus rechtlichen Gründen. Was allerdings durchaus möglich ist: eine Distanzierung. Diese wird offenbar in Alberschwende auch schon angedacht.
Was tun mit der Gmeiner-Büste?
Ein weiteres Problem ist die Büste Gmeiners, die im Ort steht. Die einen wollen sie gänzlich entfernen. Andere wollen, dass die Skulptur adaptiert wird – auch dafür gibt es unterschiedlichste Vorschläge und Varianten. Fest steht jedenfalls, dass Alberschwende sich ernsthaft mit den Themen Erinnerungskultur und Menschenrechte auseinandersetzt. Diese Auseinandersetzung ist sicher noch nicht abgeschlossen – auch nach der Umbenennung am Montag soll der Prozess weitergeführt werden. Alberschwende steht mit dem Problem nicht alleine da, erst vor Kurzem erhielt ein in Dornbirn nach Gmeiner benannter Weg einen neuen Namen.
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