Allgäuer sagt Adieu

Abschied vom Mann mit Handschlagqualität

Vorarlberg
09.07.2026 13:45
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Mit Frau Reinelde, seinen Söhnen und Enkeltochter Anna, die ihrem Großvater fast die Show stahl, war der Daniel Allgäuer am Donnerstag nach Bregenz gereist. Der Feldkircher, der 2009 erstmals Mitglied des Vorarlberger Landtags wurde, trat am Mittwoch offiziell als Landesrat zurück und wurde gebührend in die Polit-Pension verabschiedet. 

Besonnenheit, Pragmatismus, Hausverstand – mit diesen drei Worten beschrieb der frischgebackene Klubobmann der FPÖ, Manfred Vogt, das scheidende Regierungsmitglied. Von seinem Klub erhielt Daniel Allgäuer eine Bilder-Collage mit den schönsten Erinnerungen an sein politisches Leben, das einst als Kammerrat in der Landwirtschaftskammer begonnen hatte.  

Neuer Lebensabschnitt als „Erntehelfer“
Eine sehr persönliche und wertschätzende Rede hatte Daniel Zadra, Klubobmann der Grünen, vorbereitet. Er lobte die gute Zusammenarbeit und die Vertrauensbasis, die trotz aller Meinungsverschiedenheiten im Laufe der Jahre entstanden war. Innerhalb seiner Fraktion habe Allgäuer Themen wie Windkraft oder Geothermie angesprochen und auch vorangetrieben – Themen, die nicht unbedingt die Steckenpferde eines Freiheitlichen sind. „Ich wünsche alles Gute für den neuen Lebensabschnitt als Erntehelfer“, sagte Zadra mit einem Augenzwinkern und überreichte ein Grillpaket mit grünen Paprika. Hintergrund: Allgäuer ist Landwirt und hat angekündigt, in der Pension seinen Söhnen unter die Arme greifen zu wollen.

Die vergangenen eineinhalb Jahre war Allgäuer Landesrat für Sicherheit und Inneres, Integartion, ...
Die vergangenen eineinhalb Jahre war Allgäuer Landesrat für Sicherheit und Inneres, Integartion, Energie und Hochbau.(Bild: Land Vorarlberg)

Brückenbauer und verbindender Mensch
Mario Leiter, Partei- und Klubchef der SPÖ, bezeichnete Allgäuer als „klassischen Brückenbauer“ und „einen verbindenden Menschen“. „Wir werden dich vermissen, weil du stets Verbindendes gesucht und niemanden ausgegrenzt hast“, streute Leiter Allgäuer zum Abschied Rosen. Für einen Abend im Kreise der Familie überreichte der Rote „einen guten Roten in flüssiger Form“. Claudia Gamon von den Neos schloss sich den Worten ihrer Vorredner an – Allgäuer, der stets „uneitel“ und mit „Handschlagqualität“ aufgetreten sei, habe sich vor allem im Bereich Energiepolitik durch seine sachliche und evidenzbasierte Herangehensweise hervorgetan. 

Gesundheit und Familie rücken in den Fokus
„Ich hätte gerne nein gesagt, als mich der Daniel über seinen geplanten Rücktritt informiert hatte“, bekannte Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). Am Ende jedoch würden Gesundheit und die Familie vorgehen. Auch Wallner lobte die Handschlagqualität des Landwirts und wünschte ihm für seine Zukunft auf dem Hof, den er schon vor Jahren an seine Söhne übergeben hatte, alles Gute. 

Nie nach Titeln und Ämtern gestrebt
Den guten Wünschen schloss sich auch FPÖ-Parteichef und Landesstatthalter Christof Bitschi an. Er blickte auf eine lange gemeinsame Zeit zurück. Unter anderem auf ein gemeinsames Kaffeetrinken mit Allgäuer auf dessen Hof. „Ich war damals gekommen, um den Wunsch zu äußern, dass er Parteiobmann der FPÖ werden soll. Er hat gesagt: Nein, das machst du!“, erzählte Bitschi. Auch diese Episode zeige, dass Allgäuer nie nach Titeln und Ämtern gestrebt hätte.

Allgäuers Agenden als Landesrat (Sicherheit und Inneres, Integration, Energie und Hochbau) übernimmt der bisherige FPÖ-Klubobmann Markus Klien. Der 48-Jährige wurde mit 26 von 36 Stimmen gewählt und anschließend von Landeshauptmann Markus Wallner angelobt.       

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