Versprach ein Treffen

Betrüger lockte Opfer mit Pop-Band OneRepublic

Wien
09.07.2026 15:46

11.020 Euro zahlte eine Wienerin für ein persönliches Treffen mit One-Republic-Leadsänger Ryan Tedder. Als sie plötzlich auch noch Geld zahlen sollte, weil er angeblich im Gefängnis sitzen würde, war schnell klar: Sie wurde Opfer eines Betrügers – so wie auch 13 andere Personen. Im Wiener Landesgericht klagt der 31-Jährige über Geldsorgen. 

Betrüger werden ja bekanntlich immer kreativer. Doch ist der Schwachpunkt der Opfer erst mal gefunden, gibt es keine Gnade. Und der war bei einer jungen Wienerin die US-amerikanische Pop-Band OneRepublic – besonders der Leadsänger Ryan Tedder. Als ihr ein Fremder online versprach, ein persönliches Treffen zu organisieren, überwies sie bereitwillig 11.020 Euro.

3000 Euro für Sänger-Kaution
Zu dem Kennenlernen kam es jedoch nie. Das war der Frau wohl spätestens dann klar, als der Unbekannte weitere 3000 Euro von ihr haben wollte. Denn der Musiker Ryan Tedder säße im Gefängnis und bräuchte das für seine Kaution. Da machte es Klick: Sie wurde Opfer eines Betrügers.

Opfer in ganz Österreich verteilt
Im Wiener Landl sitzt der 31-Jährige jetzt auf der Anklagebank. Und der OneRepublic-Fan war nicht sein einziges Opfer. Insgesamt 14 Betrugsfakten werden dem Nigerianer, der im Mai aus Italien ausgeliefert wurde, vorgeworfen. Zwölfmal verkaufte er ein iPhone übers Internet, lieferte es nicht. Fast 10.000 Euro erbeutete er von einem Salzburger, er sei für die amerikanischen Streitkräfte im Jemen im Einsatz und bräuchte Geld. Einer Steirerin erklärte der Angeklagte, er sei ein Freund ihres verstorbenen Vaters und hätte Schwierigkeiten. Und so weiter ...

Anwalt Alexander Philipp verteidigt den Serienbetrüger.
Anwalt Alexander Philipp verteidigt den Serienbetrüger.(Bild: Anja Richter)

„Es tut mir sehr leid. Ich war in einer schlechten finanziellen Situation“, gibt sich der 31-Jährige wortkarg. „Die Aussage finde ich ein bisschen billig. Da könnten viele Leute permanent Verbrechen begehen“, entgegnet Richterin Christina Salzborn. Verteidiger Alexander Philipp übernimmt dann das Reden für seinen Mandanten: „Wir können es nicht schönreden. Er hat mit verschiedenen Tricks versucht, Geld zu bekommen.“

Erpressung: „Finde ich wirklich letztklassig“
Und besonders ein „Trick“ stößt Richterin Salzborn besonders sauer auf. Der Nigerianer kontaktierte im Sommer 2024 eine zweifache Mutter, baute über Instagram eine Art Beziehung mit ihr auf – bis sie ihm Nacktfotos schickte. Und er sie damit erpresste. „Das finde ich wirklich letztklassig“, sagt Frau Rat deutlich. 

Straftat
Gewerbsmäßig schwerer Betrug und versuchte Erpressung
Strafrahmen
Sechs Monate bis fünf Jahre Haft
Urteil
18 Monate teilbedingt
nicht rechtskräftig

Der 31-Jährige zeigt Reue: „Das ist mein erstes Mal in Haft. Ich würde gerne nach Italien zurückkehren.“ Da muss er aber noch ein bisschen warten. Der Serienbetrüger wird zu 18 Monaten, davon fünf hinter Gittern verurteilt. Seinen Opfern muss er fast 27.000 Euro zurückzahlen. Nicht rechtskräftig.

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