FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina hat nach der offiziellen Beschwerde Ägyptens den französischen Referee Francois Letexier und dessen WM-Kollegen grundsätzlich verteidigt. Niemand dürfe die Integrität der Unparteiischen infrage stellen.
„Ebenso kann niemand behaupten, dass die FIFA-Schiedsrichterabteilung von irgendjemandem beeinflusst werden kann, nicht einmal vom FIFA-Präsidenten“, sagte der Italiener in einem Interview auf der Homepage des Fußball-Weltverbands.
„Wenn dies geschieht, kann dies Reaktionen hervorrufen, die zu Drohungen gegen sie und ihre Familien führen. Das ist nicht richtig“, erklärte Collina weiter. Der ägyptische Fußballverband hatte nach dem Schiedsrichter-Ärger beim 2:3 im WM-Achtelfinale gegen Argentinien ein juristisches Nachspiel angekündigt. Er habe Beschwerde gegen Letexier und seine Assistenten eingereicht, sagte Verbandspräsident Hany Abo Rida. Er forderte zudem den Ausschluss des Schiedsrichterteams vom Turnier. Dieses habe entscheidende Fehler gemacht.
Collina erklärt zurückgenommenes Tor
Unmittelbar vor dem 3:2-Siegtreffer der Argentinier durch Enzo Fernandez in der Nachspielzeit (90.+2) hatte dessen Teamkollege Alexis Mac Allister den Ägypter Hamdi Fathi beim Eindringen in den argentinischen Strafraum am Trikot gezogen. Die Ägypter forderten Elfmeter, Letexier ließ weiterspielen.
Für viel Wut bei den Verlierern sorgte auch ein zurückgenommenes Tor von Mostafa Ziko. „Nach jedem Tor überprüft der VAR die Angriffsphase. Wird im Vorfeld des Tores ein Foul festgestellt, das als für das Tor ausschlaggebend erachtet wird, empfiehlt der VAR eine Überprüfung auf dem Spielfeld. Es gibt keine festgelegte Grenze hinsichtlich der Entfernung zum Tor oder der Zeitspanne zwischen dem Vorfall und dem Tor“, erklärte Collina dazu.
Schwere Vorwürfe
Direkt nach dem WM-K.-o. in der Nachspielzeit hatte Ägyptens Nationaltrainer Hossam Hassan schwere Vorwürfe erhoben: „Wir wurden heute ungerecht behandelt“, sagte der Coach. Seiner Meinung nach habe „die argentinische Seite Druck auf den Schiedsrichter ausgeübt.“ Zuletzt war die Kritik auch an anderen WM-Referees beim XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko immer lauter und die Liste der Fehler immer länger geworden.
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