Himmelfahrtsjob. Große Namen sind es, die einst als Generalsekretäre die Volkspartei führten. Von Karl Schleinzer bis Michael Graff, Othmar Karas bis Wilhelm Molterer oder Gernot Blümel: Sie alle verdienten sich ihre Sporen als Parteimanager, um danach ihren Weg zu machen. Zwei aus der jüngeren Vergangenheit, Karl Nehammer und Christian Stocker, brachten es sogar ins Kanzleramt. Doch eine Partei im Abwärtstrend zu managen - das sehen viele nicht zu Unrecht als Himmelfahrtsjob an. Verliert man Wahlen und Umfragen, dann bleibt der Applaus aus. Die Aufgabe als ÖVP-Generalsekretär war für Nico Marchetti also keine leichte. Als ihm auch noch schwere handwerkliche Fehler unterliefen, er im öffentlichen Auftritt die Balance zwischen Florett und Bihänder verlor, war es innerparteilich aus und geschehen.
Schusslinien. Das alte Muster, nicht nur in der Politik: Läuft’s mit dem Chef nicht gut, dann beginnt man zunächst auf sein engstes Umfeld zu dreschen. Die innerparteiliche Kritik am erst seit dem Vorjahr amtierenden Generalsekretär war zuletzt immer lauter geworden, an seinem Stuhl wurde schon mit schwerem Gerät gesägt, während über Marchettis unmittelbaren Vorgänger als Sekretär, Kanzler und ÖVP-Obmann Stocker, nur hinter vorgehaltener Hand getuschelt wird. Noch. Stocker hat in kurzer Zeit mit Klubobmann Wöginger und nun Generalsekretär Marchetti zwei seiner engsten Mitstreiter verloren. Er gerät zusehends selbst in die Schusslinien.
Kommen Sie gut durch den Donnerstag!
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