Spieler wechseln längst rund um den Globus, auf den Trainerbänken sitzen immer häufiger Ausländer. Doch ausgerechnet bei Weltmeisterschaften hält sich eine kuriose Serie seit fast 100 Jahren: Kein einziges Land gewann den Titel jemals mit einem ausländischen Teamchef.
Der Fußball ist internationaler denn je. Kaum ein Spitzenklub kommt ohne Legionäre aus, immer mehr Nationalverbände vertrauen auf Trainer aus dem Ausland. Bei der WM 2026 werden sogar mehr Teams von ausländischen Coaches betreut als von einheimischen. Trotzdem blieb eine bemerkenswerte Konstante bis heute bestehen: Seit der ersten Weltmeisterschaft 1930 wurde jeder Weltmeister von einem Trainer aus dem eigenen Land zum Titel geführt.
Das gilt für sämtliche acht Nationen, die den WM-Pokal bislang gewinnen konnten. Ob Brasiliens fünf Titel, Deutschlands vier Triumphe oder Argentiniens jüngster Erfolg in Katar – an der Seitenlinie stand immer ein Landsmann.
| Jahr | Weltmeister | Trainer | 1930 | Uruguay | Alberto Suppici |
|---|---|---|
| 1934 | Italien | Vittorio Pozzo |
| 1938 | Italien | Vittorio Pozzo |
| 1950 | Uruguay | Juan López Fontana |
| 1954 | Deutschland | Sepp Herberger |
| 1958 | Brasilien | Vicente Feola |
| 1962 | Brasilien | Aymoré Moreira |
| 1966 | England | Alf Ramsey |
| 1970 | Brasilien | Mário Zagallo |
| 1974 | Deutschland | Helmut Schön |
| 1978 | Argentinien | César Luis Menotti |
| 1982 | Italien | Enzo Bearzot |
| 1986 | Argentinien | Carlos Bilardo |
| 1990 | Deutschland | Franz Beckenbauer |
| 1994 | Brasilien | Carlos Alberto Parreira |
| 1998 | Frankreich | Aimé Jacquet |
| 2002 | Brasilien | Luiz Felipe Scolari |
| 2006 | Italien | Marcello Lippi |
| 2010 | Spanien | Vicente del Bosque |
| 2014 | Deutschland | Joachim Löw |
| 2018 | Frankreich | Didier Deschamps |
| 2022 | Argentinien | Lionel Scaloni |
Ausländischer Weltmeister-Trainer fehlt in Geschichtsbüchern
Selbst große Namen wie Ernst Happel mit den Niederlanden (1978) oder der Engländer George Raynor mit Schweden (1958) kamen zwar bis ins Finale, scheiterten dort aber am letzten Schritt. Ein ausländischer Weltmeister-Trainer fehlt bis heute in den Geschichtsbüchern.
Für die laufende WM bedeutet das: Nur noch zwei Nationen können diese fast 100 Jahre alte Serie überhaupt beenden. England setzt auf den Deutschen Thomas Tuchel, Belgien auf den Franzosen Rudi Garcia. Gewinnen hingegen Frankreich, Spanien, Norwegen, Argentinien, die Schweiz oder Marokko den Titel, bleibt das außergewöhnliche WM-Gesetz auch nach 2026 bestehen.
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