Rettung in Deutschland

Jugendliche verirrten sich in tiefen Lavatunneln

Ausland
08.07.2026 22:25
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im deutschen Mending haben sich drei Jugendliche in einem unterirdischen Lava-Tunnelsystem verirrt. Sie seien trotz Verbots „aus Neugier“ in die Tiefe gestiegen, sagte ein Polizeisprecher. „Zum Glück konnten sie einen Notruf absetzen.“

Mitten in einem erkalteten Lavastrom spannt sich in 32 Metern Tiefe unterhalb der Stadt Mending (Rheinland-Pfalz) ein Netz von Felsenkellern. Es umfasst rund drei Quadratkilometer und ist weitverzweigt. Die Keller können nur mit Führungen besichtigt werden.

Davon haben sich am Mittwoch aber drei Jugendliche aus Nordrhein-Westfalen nicht abhalten lassen. Die Burschen gelangten in das Tunnelsystem und verloren schließlich die Orientierung. Nachdem sie einen Notruf abgesetzt hatten, kamen die Feuerwehr, Rettung und Polizei. Dabei erhielten die Einsatzkräfte Unterstützung von einem Fachmann des Umweltministeriums, der Pläne des Tunnelsystems hatte. An verschiedenen Eingängen habe man dann nach den Burschen gerufen – mit Erfolg, sagte der Polizeisprecher.

Einsatz wird verrechnet
Als die Jugendlichen gerettet wurden, waren sie leicht unterkühlt. Die Temperatur in den Stollen liegt konstant bei sieben Grad Celsius. Gegen die drei Burschen wurde Anzeige erstattet, sie müssen nun auch damit rechnen, den Einsatz am Mittwochnachmittag aus eigener Tasche bezahlen zu müssen. „Die Polizei warnt eindringlich davor, unberechtigt die unterirdischen Tunnelsysteme zu betreten und damit sein Leben und das Leben der Einsatzkräfte zu gefährden“, hieß es.

Das System aus Stollen und Schächten ist bereits im späten Mittelalter entstanden – und zwar durch einen Lavastrom der letzten Vulkanausbrüche.

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