Wer hat es jetzt erfunden? Die Familie Fürst sieht die weltweit bekannte Mozartkugel als ihre Erfindung an. „Werbelüge“ nennt das die Firma Holzermayr, die selbst auch Mozartkugeln vertreibt. Beide sind Salzburger Traditionsbetriebe mit Geschäften in der Salzburger Altstadt. Und beide streiten um die Kugel vor Gericht.
Am morgigen Donnerstag wird wieder über die Lieblingssüßigkeit der Salzburger gestritten – nicht wie üblich im Kaffeehaus, sondern im Landesgericht. Der Rechtsstreit zwischen den beiden Salzburger Traditionsunternehmen Fürst und Holzermayr geht in die nächste Runde – die „Krone“ berichtete. Eine alte Zeitungsmeldung und ein umstrittener Professor haben den Zoff um die Kugel 2025 neu entfacht. Ein Ende (oder gar ein Vergleich) ist im Rechtsstreit nicht zu sehen. Nun sprach Martin Fürst, der mit seiner Frau Doris die Konditorei bereits in fünfter Generation führt, aus seiner Seele: „Die Mozartkugel ist mein ganzes Leben.“
Sein Ur-Ur-Großvater wollte „bewusst eine Kugel schaffen.“ Fürst erzählt vom Herstellungsprozess, der Urkunde, die Paul Fürst 1905 in Paris erhielt und unterstrich die „ganz klar zuordenbare Urheberschaft“. Er wolle Fakten und Transparenz, meinte der Konditormeister: „Wir suchen keine Konflikte, sondern Klarheit.“ Immerhin: 3,5 Millionen der Schoko-Marzipan-Kugeln werden jedes Jahr von Fürst produziert. Die Herkunft sei für ihn auch deshalb sehr wichtig, so Fürst.
Ich bin als kleines Kind schon hier hin und her gerannt. Es steckt so viel Aufwand dahinter. Für mich ist es deshalb auch eine emotionale Sache.
Martin Fürst, Eigentümer Konditorei Fürst
Ganz anders hört es sich im Gespräch mit Alexander Truschner an, dem Sohn der Inhaberin der Firma Holzermayr: Er spricht von einer „Werbelüge“ der Familie Fürst, einem „Marketing-Gag“ und von „unlauterem Wettbewerb“. Ihnen gehe es „um die historische Wahrheit“.
Mit der Klage zweifelt der Familienbetrieb die Urheberschaft durch Paul Fürst an – selbst seine in Paris erhaltene Auszeichnung wird infrage gestellt. Ein Detail, über das am Donnerstag explizit verhandelt wird. Eines scheint gewiss: Nur Justitia wird den Salzburger Schoko-Streit lösen können.
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