Der Chefposten in der Prüf-Institution des Landes Salzburg wird neu ausgeschrieben. Ludwig Hillinger, bisher Direktor des Landesrechnungshofs, darf sich nicht noch einmal bewerben. Was er möglichen Bewerbern mit auf den Weg gibt.
Landesrechnungshofdirektor Ludwig Hillinger hat sich in den vergangenen elf Jahren keine Freunde in der Landesregierung und der Verwaltung gemacht. Jetzt muss er gehen. Denn im Landesrechnungshof-Gesetz ist festgeschrieben, dass nach einer zwölfjährigen Amtszeit Schluss ist.
Am Montagabend hat die Präsidialkonferenz des Landtags die Suche nach einem neuen Direktor fixiert. Am 25. Juli wird ausgeschrieben, Bewerbungen sind bis 4. September möglich. Dienstantritt ist am 1. März 2027. Das Gehalt beträgt 10.855 Euro brutto monatlich.
„Ich hätte es gerne noch einmal gemacht“, gibt Hillinger im „Krone“-Gespräch zu. Er hat den Rechnungshof nach dem Finanzskandal nicht nur inhaltlich wieder auf Spur gebracht. In seiner Amtszeit gab es auch eine deutliche Aufstockung bei den Prüfern, die die Arbeit der Landesregierung überwachen.
Dabei eckte er immer wieder an. Zuletzt etwa mit der Prüfung der Verkehrsgesellschaften, bei der seine Mitarbeiter mit einem Zufallsfund von 43,2 Millionen Euro beim Verkehrsverbund für Aufsehen sorgt. Viel Wirbel gab es auch rund um den Prüfbericht zum umstrittenen Kauf der Antheringer Au.
Das Landes-Medienzentrum (LMZ) reagierte auf einen kritischen Rechnungshofbericht einst derart beleidigt, dass Hillingers Team seine Berichte jetzt selbst ausschicken muss. „Ein Landesrechnungshofdirektor braucht Integrität und Unabhängigkeit gegenüber der Politik und darf keine Angst vor Regierungsmitgliedern haben“, umreißt Hillinger das Jobprofil. Wie es für ihn selbst weitergeht, weiß er noch nicht. „Für Angebote stehe ich offen“, sagt der frühere Banker.
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