Artenschutz

Zoo bringt „Emil“-Artgenossen in Wildnis zurück

Tirol
08.07.2026 18:00

Der Alpenzoo Innsbruck schenkt bedrohten Arten eine zweite Chance – und Europas Natur ein Stück ihrer verlorenen Vielfalt zurück. Nach 200 Jahren kehrt so zum Beispiel der „König der Wälder“ wieder heim nach Rumänien.

Es sind Bilder, die Naturschützer tief berühren. Ein Enkel des ehemaligen Alpenzoo-Elchpaares „Ronja“ und „Luke“ setzt heute seine mächtigen Hufe in den rumänischen Naturpark Vânători Neamț – jenes Gebiet, aus dem Elche vor mehr als zwei Jahrhunderten verschwanden.

Gemeinsam mit drei weiteren Tieren soll er den Grundstein für eine neue, frei lebende Population legen. Nach einer sorgfältigen Eingewöhnung beginnt nun ein Projekt, das zeigt: Was als Zuchtprogramm in einem Zoo beginnt, kann Hunderte Kilometer entfernt ganze Ökosysteme wiederbeleben.

Drei kleine Enten mit einer großen Mission
Auch im polnischen Barycz-Tal sind die Hoffnungen groß. Dort wurden 45 Moorenten ausgewildert, darunter drei Weibchen aus dem Alpenzoo. Die scheue Tauchente zählt zu den am stärksten bedrohten Vogelarten Europas. Verschwundene Feuchtgebiete und der Verlust ihrer Lebensräume haben ihre Bestände dramatisch schrumpfen lassen.

45 Moorenten vor wenigen Wochen in Polen ausgewildert.
45 Moorenten vor wenigen Wochen in Polen ausgewildert.(Bild: Podgorz)

Nun sollen die Tiroler Vögel mithelfen, neue Brutpaare zu bilden. Kehren sie nach ihrem Winterzug im kommenden Frühjahr zurück, wäre das ein weiterer bedeutender Erfolg im Kampf gegen das Artensterben.

Artenschutz verbindet Europa
„Beide Projekte zeigen eindrucksvoll, wie wichtig die internationale Zusammenarbeit im modernen Artenschutz ist“, sagt Zoodirektor Dr. André Stadler. Seit vielen Jahren beteiligt sich der Alpenzoo an europäischen Erhaltungszuchtprogrammen. Ziel ist es, bedrohte Tierarten nicht nur vor dem Aussterben zu bewahren, sondern sie wieder dort anzusiedeln, wo sie einst zu Hause waren. Über diese Arbeit informiert seit Kurzem auch der neue Artenschutz-Pavillon des Zoos.

Jede Auswilderung ist ein Geschenk an die Natur
In einer Zeit, in der täglich Tier- und Pflanzenarten verschwinden, sind solche Nachrichten selten geworden. Umso größer ist ihre Bedeutung. Jeder Elch, der wieder durch Europas Wälder streift, jede Moorente, die auf einem geschützten Teich landet und Nachwuchs großzieht, ist ein lebendiger Beweis dafür, dass engagierter Naturschutz wirken kann.

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