Pläne adaptiert

Grünes Licht für lang geplantes Seeviertel-Projekt

Oberösterreich
07.07.2026 16:52

Der Gmundner Gemeinderat hat mit einer Abänderung der Pläne die Weichen für ein Megaprojekt am Traunseeufer gestellt. Bereits nächstes Jahr könnten die Bagger anrollen und mit dem Bau eines Vier-Sterne-Hotels beginnen.

Für den Bau des seit langem geplanten Seeviertels erfolgte eine wichtige Weichenstellung. Der Gemeinderat von Gmunden einigte sich auf einen neuen Plan mit Zugeständnissen an die Investoren. Errichtet wird ein Vier-Sterne-Hotel mit 110 statt 124 Zimmern; die Zweitwohnsitzquote für die 84 Wohnungen wird statt der ursprünglich vereinbarten 25 auf 75 Prozent erhöht; für die Errichtung von 40 unterirdischen Bootsgaragen gibt es grünes Licht, dazu kommt der Verzicht auf eine Pönale von zwei Millionen Euro für den verspäteten Baustart.

Klare Vorgaben für dauerhaften Hotelbetrieb
Der Reihe nach: Seit mehr als einem Jahrzehnt wird über die Errichtung des Seeviertels auf dem Areal des ehemaligen Seebahnhofs in Gmunden diskutiert. Seit 2019 verzögerte sich der Baustart immer wieder, entweder aus rechtlichen oder zuletzt auch aus finanziellen Gründen. Um das 170 Millionen Euro teure Projekt doch noch umzusetzen, versuchten es die Investoren der Soravia Gruppe auch mit einem Crowdfunding. Als potenter Geldgeber sprang letztendlich die Oberbank mit einem Kredit ein.

Zitat Icon

Mit der Vertragsanpassung bekennen wir uns ganz klar zum Hotel. Das Projekt kostet rund 170 Millionen Euro und ist jetzt ausfinanziert. 

Stefan Krapf, ÖVP-Bürgermeister

Zeitgleich mit der finanziellen Absicherung informierten die Investoren die Stadt über ihre Änderungswünsche, die, wie Eingangs erwähnt, nun von der Stadt erfüllt werden. Stadtvize Uli Feichtinger von den Grünen ist enttäuscht: „2021 haben wir dem Seeviertel-Projekt zugestimmt, weil zusätzlich zum Hotel ein lebendiges Wohnviertel am Ostufer mit mindestens 75 Prozent Hauptwohnsitzen zugesagt wurde. Nun droht eine weitere Siedlung, die nur in den Ferien bewohnt ist.“

Zitat Icon

Zweitwohnsitze stehen oft über weite Teile des Jahres leer. Das schwächt nicht nur das gesellschaftliche Leben, sondern auch die Einnahmen der Gemeinde. 

Uli Feichtinger, Vizebürgermeisterin, Grüne

Sie hegt auch Zweifel an den Zusagen für einen dauerhaften Hotelbetrieb: Stadtchef Stefan Krapf (ÖVP) beruhigt: „Die Schlüsselübergabe für die Wohnungen wird erst nach der Hoteleröffnung erfolgen. Das Areal ist ausschließlich für eine touristische Nutzung gewidmet, damit verfügt die Stadt eine Handhabe. Mit der Marriott-Kette bürgt auch ein Top-Hotelbetreiber für beste Qualität.“ Krapf hält einen Baustart nächstes Jahr für durchaus realistisch. „Das Projekt ist jetzt ausfinanziert. Die Oberbank ist für mich ein Gamechanger und absolut verlässlicher Partner aus der Region.“

Zweitwohnsitz-Quote im Rahmen
Bei der Kritik an der Lockerung der Zweitwohnsitzregelung hält er entgegen: „Auch Zweitwohnsitze sorgen für Wertschöpfung. Generell liegt die Quote in der Stadt bei 18 Prozent und ist damit im Rahmen.“ FPÖ-Fraktionschefin Dina Fritz fügt hinzu: „Mit dem Seeviertelprojekt sind jährliche kommunale Einnahmen von rund 500.000 Euro, die Schaffung von Arbeitsplätzen während der Bauphase und dann durch den Hotelbetrieb verbunden.“ 

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung