Mehrere Menschen möchten nach „Krone“-Artikel zur Debatte über eine zusätzliche Windeltonne für pflegebedürftiges Kind in St. Florian (OÖ) helfen, während sich der Gemeinderat Zeit für Diskussionen nimmt.
„Ich wäre bereit, die Kosten dafür zu übernehmen und helfe sehr gerne, will das aber nicht an die große Glocke hängen.“ Es war ein Mail an die „Krone“, das deutlich machte, wie großherzig manche Menschen sind – fremde Leute, die sich um Dinge annehmen, für die eigentlich andere zuständig sind.
Was war passiert? In St. Florian bei Linz wurde von SPÖ, FPÖ und Grünen ein Antrag im Gemeinderat für eine kostenlose zusätzliche Windeltonne für Haushalte mit erhöhtem Pflegebedarf eingebracht, bei dem es um die Hilfe für eine Familie mit einem schwer behinderten Kind ging. „Zu einer Lösung ist es nicht gekommen. Die ÖVP hat mehrstimmig den Antrag in den Ausschuss verfrachtet“, sagt SP-Vizebürgermeister Michael Mollner, der mit diesem Vorgehen gerechnet hatte und davon sprach, dass man auf Zeit spiele.
Wir werden eine Lösung finden. Ob das eine individuelle ist oder wir das komplette System ändern, weiß ich noch nicht.

ÖVP-Bürgermeister Bernd Schützeneder
Bild: Kerschbaummayr Werner
„Werden mit Sicherheit eine Lösung finden“
ÖVP-Ortschef Bernd Schützeneder will die Kritik nicht gelten lassen und kontert: „Wir haben einen Fonds für unschuldig in Not geratene Familien, aber wir können das bestehende System nicht umdrehen. Wir werden mit Sicherheit eine Lösung finden.“ Die Kosten belaufen sich auf 255 Euro pro Jahr für die Familie. Wenn man einen sogenannten Windelpass besitzt, kann man den Restmüll allerdings kostenlos im ASZ entsorgen.
„Krone“-Bericht sorgte für Aufsehen
Dennoch sorgte der „Krone“-Bericht für großes Aufsehen. „Auch bei mir haben sich zwei Personen gemeldet, die die Kosten übernehmen wollen“, war auch Mollner über die gezeigte Solidarität überrascht. Jetzt wurde das Thema in den Sozialausschuss „verfrachtet“, in dem zwar Mollner der Vorsitzende ist, die ÖVP aber dennoch die Mehrheit innehat.
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