Die Beauftragung von Drohnenflügen für Unternehmen und Bürger ist derzeit mit hohem Aufwand und Kosten verbunden – das BMF-Projekt „Digital Sky Austria“ vereinfacht dies künftig und Drohnenflüge können online über eine Plattform gebucht werden. Klagenfurt ist dabei Pilotstadt.
Drohnen sollen künftig für öffentliche Institutionen, Unternehmen sowie Bürger so einfach verfügbar sein wie nie zuvor. Mit dem Projekt „Digital Sky Austria“ entsteht eine digitale Plattform, über die Drohnenflüge künftig unkompliziert online beauftragt werden können. Das europaweite Vorzeigeprojekt soll den Einsatz unbemannter Fluggeräte deutlich vereinfachen und gleichzeitig Kosten sowie organisatorischen Aufwand erheblich reduzieren.
Klagenfurt nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein. Mit zwei sogenannten Drohnen-Hubs – bei der Kläranlage sowie im Business-Center Viktring – ist die Landeshauptstadt österreichweit die erste Pilotstadt dieses Projekts. Von diesen Standorten aus starten die Drohnen zu unterschiedlichen Einsätzen und liefern innerhalb weniger Minuten hochauflösende Bild- und Sensordaten.
Kosten sinken erheblich
Der Nutzen ist vielfältig. Während für klassische Erkundungs- oder Vermessungsflüge bisher meist drei bis vier Personen benötigt wurden, kann ein Großteil dieser Aufgaben künftig wesentlich effizienter mit Drohnen erledigt werden. Dadurch sinken sowohl der Personalaufwand als auch die Kosten erheblich. Die eingesetzten Drohnen verfügen zudem über moderne Sicherheitssysteme, darunter Fallschirme, die bei technischen Problemen automatisch ausgelöst werden und für zusätzliche Sicherheit sorgen.
Gerade bei Naturkatastrophen sieht die Stadt enormes Potenzial. Abteilungsleiter Günther Koren verweist auf die Hochwasserereignisse des Jahres 2023: „So ein Extremwetter mit tagelangen Überflutungen wird sicher wieder kommen. Drohnen können dabei eine große Hilfe sein.“ Sie ermöglichen innerhalb kürzester Zeit einen Überblick über betroffene Gebiete und unterstützen Einsatzkräfte bei der Lagebeurteilung. Auch bei Polizei- und Rettungseinsätzen können die Fluggeräte wertvolle Dienste leisten – etwa durch Wärmebildaufnahmen, mit denen vermisste Personen oder Gefahrenquellen rascher entdeckt werden können.
Hitzeinseln und kaputte Straßen zu sehen
Doch nicht nur im Katastrophenschutz eröffnen sich neue Möglichkeiten. Drohnen können Hitzeinseln im Stadtgebiet sichtbar machen, hochpräzise Daten für Vermessungen liefern oder den Zustand von Straßen, Brücken und anderer Infrastruktur dokumentieren. Schäden lassen sich dadurch schneller erkennen und notwendige Sanierungen gezielter planen.
Aktuell decken die beiden Drohnenstandorte jeweils einen Radius von rund einem Kilometer ab. Die Fluggeräte bewegen sich in einer Höhe von etwa 60 bis 70 Metern. Langfristig soll dieses Einsatzgebiet jedoch deutlich erweitert werden. „Wir sind ein Pilotprojekt. Der Radius soll in den kommenden Jahren wachsen. In etwa zwei Jahren könnten die Drohnen bereits ein Einsatzgebiet von fünf Kilometern abdecken. Wir gestalten die Zukunft der Drohnentechnologie aktiv mit“, erklärt Digital-Sky-Austria-Operator Felix Eicken.
Radius soll sich in den nächsten Jahren erweitern
Die Finanzierung des Pilotprojekts erfolgt vollständig durch den Bund. „Für die kompletten Kosten kommt das Finanzministerium auf“, betont Referentin Constance Mohar. Damit entstehen der Stadt keine zusätzlichen finanziellen Belastungen, gleichzeitig profitiert Klagenfurt von modernster Technologie und wertvollen Erfahrungen für zukünftige Anwendungen.
Bereits heute setzt Klagenfurt auf digitale Innovationen. Mit dem Digitalen Zwilling verfügt die Stadt über eine photorealistische dreidimensionale Darstellung des gesamten Stadtgebietes. Die neuen Drohnen liefern künftig laufend aktuelle Daten, mit denen dieses digitale Abbild ergänzt und laufend aktualisiert werden kann. Das schafft neue Möglichkeiten für Stadtplanung, Bauprojekte, Umweltanalysen und Infrastrukturmanagement.
Finanzministeriuem zahlt die Ausgaben
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie moderne Technologien den Alltag von Verwaltung, Einsatzorganisationen und Wirtschaft erleichtern können. Ob bei Hochwasser, Vermessungen, Umweltanalysen oder Sicherheitsaufgaben – Drohnen entwickeln sich zunehmend zu einem unverzichtbaren Werkzeug. Klagenfurt nimmt dabei eine österreichweite Vorreiterrolle ein und arbeitet aktiv daran mit, die Zukunft der Drohnentechnologie mitzugestalten.
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