Großhandel Österreich

Gummi und Kunststoffe waren im Juni Preistreiber

Wirtschaft
07.07.2026 16:17
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Großhandelspreise sind auch im Juni wieder deutlich gestiegen. Das Plus betrug 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie Statistik Austria am Dienstag mitteilte. Preistreiber waren demnach vor allem Gummi und Kunststoffe (Teuerung von 47,3 Prozent).

Massiv gestiegen seien auch die Preise für sonstige Mineralölerzeugnisse (plus 23,4 Prozent), Nicht-Eisen-Metalle (plus 19,5 Prozent), Altmaterial und Reststoffe (plus 18,5 Prozent). Knapp dahinter folgten Geräte der Informations- und Kommunikationstechnik (plus 16,3 Prozent), Motorenbenzin inklusive Diesel (plus 16,3 Prozent), sonstige Maschinen und Einrichtungen (plus 13,9 Prozent) sowie feste Brennstoffe (plus 11,3 Prozent).

Auch Eisen und Stahl, Uhren und Schmuck, Blumen und Pflanzen, Zucker, Süß- und Backwaren sowie Tabakwaren und einige weitere Produkte haben sich im Vergleich zum Vorjahresmonat im Juni überdurchschnittlich verteuert.

Diese Produkte wurden billiger
Günstiger wurden im Großhandel hingegen lebende Tiere (minus 13,8 Prozent), Getreide, Saatgut und Futtermittel (minus 6,7 Prozent) sowie Kraftwagen (minus 4,6 Prozent). Etwas weniger zu bezahlen war auch für Obst, Gemüse und Kartoffeln, Papier und Pappe sowie Rundfunk, Fernseh-, Aufnahme- und Wiedergabegeräte.

„Im Juni 2026 verlor der Preisauftrieb im österreichischen Großhandel leicht an Dynamik. Mit einem Plus von 5,4 Prozent lagen die Großhandelspreise dennoch weiterhin klar über dem Niveau des Vorjahres“, sagte Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk. Die Kerninflation sei weiterhin hoch und der Preisdruck halte an, sagte EZB-Direktorin Isabel Schnabel zur Wirtschaft in der Eurozone. Die Erdgaspreise lägen noch immer rund 40 Prozent höher als vor dem Krieg und neue Schocks wie die Hitzewelle in Europa oder das Wetterphänomen Super-El-Niño könnten die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben.

Zitat Icon

Im Juni 2026 verlor der Preisauftrieb im österreichischen Großhandel leicht an Dynamik.

Manuela Lenk, Statistik-Austria-Generaldirektorin

Aussichten „fragil“
Auch EZB-Ratsmitglied Fabio Panetta hält die Aussichten für die Wirtschaft „fragil“. Es gebe Aufwärtsrisiken für die Inflation, ebenso wie Abwärtsrisiken für das Wachstum. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Euroraum im Juni um durchschnittlich 2,8 Prozent, nach einer Inflationsrate von 3,2 Prozent im Mai. Die Europäische Zentralbank wird am 23. Juli und 10. September wieder über den Leitzins entscheiden.

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