Modisch unterwegs

Was in diesem Sommer wirklich Stil hat

Vorarlberg
13.07.2026 10:05

Farb- und Stilberaterin Daniela Erath-Mohr, Regisseurin und Schauspielerin Sandra Aberer sowie Modefachfrau Uli Zumtobel verraten ihre besten Tipps für einen stilvollen Sommer voller Eleganz, Leichtigkeit und Persönlichkeit.

Wenn die Temperaturen steigen, beginnt sie wieder: die schönste Modesaison des Jahres. Hochzeiten unter freiem Himmel, die Bregenzer Festspiele, White-Night-Partys oder elegante Sommerfeste laden dazu ein, das Lieblingskleid endlich wieder auszuführen. Doch was macht einen stilvollen Auftritt aus? Welche Trends funktionieren wirklich – und worauf sollte man lieber verzichten?

Der ESC hat Mut gemacht
Für Sandra Aberer war der Eurovision Song Contest weit mehr als ein musikalisches Erlebnis. Sie war hautnah dabei und Luxemburg-Host beim internationalen Großevent in Wien. Vor allem modisch hat sie dort einiges mitgenommen. „Ich hätte einen Teil meiner Kleidung, die ich aus Vorarlberg mitgenommen habe, eigentlich zuhause lassen können. Dort war alles viel bunter, glitzernder und mutiger. Es war einfach jeder so, wie er sein wollte.“ Gerade diese Vielfalt habe ihren Blick auf Mode verändert. „Mein Horizont hat sich erweitert. Ich möchte künftig mutiger kombinieren, mehr Farben ausprobieren und einfach schauen, wie die Wirkung ist. Dort war einfach alles erlaubt.“ Auch beim Shopping in Wien fiel ihr sofort auf: Glitzer, Pailletten und auffällige Farben waren omnipräsent. „Es macht einfach etwas mit dem Gemüt. Wenn überall ein bisschen etwas funkelt und schimmert, hebt das die Stimmung.“ Ihr Fazit: Ein bisschen mehr ESC würde auch Vorarlberg guttun.

Für Sandra Aberer war der ESC eine modische Inspiration.
Für Sandra Aberer war der ESC eine modische Inspiration.(Bild: Mathis Fotografie)
Aufeinander abgestimmt: Sandra Aberer und Daniela Erath-Mohr.
Aufeinander abgestimmt: Sandra Aberer und Daniela Erath-Mohr.(Bild: Mathis Fotografie)
Im Sommer darf man durchaus Mut zur Farbe haben.
Im Sommer darf man durchaus Mut zur Farbe haben.(Bild: Mathis Fotografie)

„Es wird getaped, was das Zeug hält”
Eine überraschende Erkenntnis brachte Sandra Aberer aus dem ESC-Backstage mit: „Es wird getaped, was das Zeug hält.” Kleider, Ausschnitte und Blazer werden professionell fixiert, damit unter den Scheinwerfern nichts verrutscht. Schimmernde Bodylotions und dezente Glow-Produkte komplettieren den perfekten Look für den Bühnenauftritt.

Dass auch Profis nicht vor Missgeschicken gefeit sind, weiß Sandra Aberer aus eigener Erfahrung. Während einer ganztägigen Moderation riss ihr plötzlich die Seitennaht ihrer Jeans auf. „Ich habe versucht, mich den ganzen Tag so hinzustellen, dass niemand den riesigen Schlitz bemerkt.” Seitdem gilt für sie: Lieber ein Kleidungsstück etwas bequemer wählen als zu eng.

Daniela Erath-Mohr: Stil beginnt bei der richtigen Farbe
Farb- und Stilberaterin Daniela Erath-Mohr sieht den Schlüssel für einen gelungenen Auftritt vor allem in der Harmonie zwischen Persönlichkeit, Figur und Anlass. Im Sommer empfehlen sich hochwertige, leichte Materialien wie Seide, Viskose, feiner Crêpe oder Leinen. Sie wirken elegant, tragen sich angenehm und sorgen dafür, dass man auch an heißen Tagen nicht ins Schwitzen kommt. Bei den Farben darf es heuer ruhig kräftiger werden: Pink, Koralle, Orange, Smaragdgrün oder Königsblau bringen Frische in die Sommergarderobe und setzen modische Statements. Besonders wichtig ist jedoch die Passform. Nicht jedes Trendteil passt zu jeder Figur – ein gut sitzendes Kleid wirkt immer eleganter als der teuerste Designerlook.

Diese Schuhe sind ein echter Hingucker.
Diese Schuhe sind ein echter Hingucker.(Bild: Mathis Fotografie)
Die Accesoires machen ein Outfit erst komplett.
Die Accesoires machen ein Outfit erst komplett.(Bild: Mathis Fotografie)

Hochzeiten: Elegant ja, aber niemals die Braut überstrahlen
Für Hochzeiten empfehlen sich fließende Kleider in Pastelltönen, zarten Blumenmustern oder sommerlichen Farben wie Salbei, Lavendel oder Himmelblau. Je nach Figur eignen sich Wickelkleider, Etuikleider oder elegante Midikleider besonders gut. Absolute Tabus für die weiblichen Gäste sind hingegen reinweiße oder cremefarbene Kleider, welche der Braut Konkurrenz machen könnten. Sehr kurze Minikleider, tiefe Ausschnitte, transparente Stoffe sowie zu legere Freizeitkleidung schicken sich ebenfalls nicht. 

Festspiele: Jetzt dürfen die schönsten Kleider endlich raus
Für Sandra Aberer gehören die Festspiele zu den wenigen Anlässen, bei denen man sich richtig herausputzen darf. „Das ist einer der wenigen Momente, wo die schönsten Kleider endlich wieder in die Freiheit dürfen.” Sie findet es schade, dass festliche Kleidung immer öfter durch Alltagsmode ersetzt wird. „Früher hat man sich fürs Theater selbstverständlich elegant angezogen. Es darf ruhig wieder etwas Besonderes sein.“ Sandra Aberer plädiert dafür, den eigenen Körper anzunehmen. „Authentisch zu sein, gibt dir zusätzlich zu einem schönsten Kleid noch einmal ein Strahlen. Jeder hat seine Vorzüge und die darf man gerade im Sommer auch zeigen.” Mode solle Freude machen und nicht verunsichern.

Kleine Tricks mit großer Wirkung

Daniela Erath-Mohr empfiehlt:

  • Schuhe unbedingt einige Tage vor dem Anlass einlaufen.
  • Lieber elegante Blockabsätze oder mittlere Absatzhöhen wählen als extreme High Heels.
  •  Kleine Taschen oder Clutches wirken festlicher als große Handtaschen.
  • Schmuck sparsam einsetzen und farblich auf das Outfit abstimmen.
  • Neckholder-Kleider wirken mit hochgesteckten Haaren besonders elegant.
  • Ein feines Tuch oder ein modisches Cape ersetzen im Sommer oft die klassische Jacke.

Uli Zumtobel: Eleganz bleibt zeitlos
Auch Modefachfrau Uli Zumtobel aus Dornbirn setzt bei Anlassmode auf zeitlose Eleganz statt kurzlebiger Trends. In ihrem Sortiment in der Boutique setzt sie auf feminine Röcke der Designerin Lena Hoschek sowie Marken wie Sara Roka und MaiMai, die sich vielseitig kombinieren lassen und sowohl bei Hochzeiten als auch bei den Festspielen stilvoll wirken. Hochwertige Materialien wie Seide, Viskose oder feine fließende Stoffe sorgen für Eleganz und Tragekomfort. Kräftige Sommerfarben bringen Frische ins Outfit, ohne aufdringlich zu wirken. Ihr Tipp: Mit zunehmendem Alter darf Mode ruhiger werden. Kniebedeckende Röcke, ein dezentes Dekolleté und harmonische Proportionen wirken oft stilvoller als zu viel Haut. Besonders elegant seien auch Ensembles aus Kleid und leichtem Mantel oder moderne, locker geschnittene Jumpsuits.

Gleich ob Hochzeit, Festspielpremiere oder Sommerparty – Stil entsteht nicht durch Trends, sondern durch Persönlichkeit, Qualität und das richtige Gespür für den Anlass. Oder, wie Sandra Aberer es auf den Punkt bringt: „Mut zu mehr. Mut zu sich.” Ein wenig mehr Glamour und Selbstbewusstsein würden dem Vorarlberger Modesommer ganz bestimmt gut stehen!

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