Vorsicht geboten

Giftpflanzen: Eine stete Gefahr für kleine Kinder

Vorarlberg
13.07.2026 10:58

Die Initiative „Sicheres Vorarlberg“ warnt vor den Gefahren durch Giftpflanzen. Besonders Kleinkinder seien gefährdet, da sie ihre Umwelt oft mit dem Mund erkunden. Was die meisten nicht wissen: Viele beliebte Zimmer- und Gartenpflanzen können Vergiftungen auslösen.

In der Natur hat die Zeit des Überflusses längst begonnen. Alles blüht, wächst und gedeiht, viele Pflanzen bilden bereits Fruchtkörper aus. Doch nicht alles, was genießbar aussieht, ist es auch. Besonders vorsichtig müssen Eltern von Kleinkindern sein. Denn diese folgen oft ohne Scheu ihrem natürlichen Entdeckerdrang und stecken sich gerne unbekannte Dinge, gleich ob Beeren oder Blätter, in den Mund. Das Problem: Viele Erwachsene wissen gar nicht um die Giftigkeit jener Pflanzen, die sie in der Wohnung, auf dem Balkon oder im Garten stehen haben. Die Folgen können dramatisch sein: Auch im Ländle müssen immer wieder kleine Kinder mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Initiative „Sicheres Vorarlberg“ rät daher Eltern, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und giftige Pflanzen zu entfernen beziehungsweise für Kinder unerreichbar zu platzieren. 

Hochgiftige Pflanzen: Lebensgefahr
Bei einigen Pflanzen können bereits kleinste Mengen tödlich sein. Dazu zählt etwa die profane Eibe, deren Nadeln und Samen ein hochtoxisches Nervengift enthalten. Die ebenfalls hochgiftige Herbstzeitlose wird oft mit Bärlauch verwechselt. Und auch alle Teile des Oleanders sind gefährlich. Als giftigste Pflanze in unseren Breitengraden gilt der Blaue Eisenhut – besteht der Verdacht auf eine Einnahme, zählt jede Sekunde. 

Der Blaue Eisenhut gilt als die giftigste Pflanze Europas. In Vorarlberg kommt der Eisenhut ...
Der Blaue Eisenhut gilt als die giftigste Pflanze Europas. In Vorarlberg kommt der Eisenhut häufig vor.(Bild: Rubina Bergauer)

Mäßig bis schwach giftige Arten
Zu der vergleichsweise kleinen Riege der potenziell tödlichen Pflanzen kommen jene Arten, deren Gift zwar nicht letal wirkt, ein Verschlucken aber gleichwohl unliebsame Folgen hat. Magen-Darm-Beschwerden auslösen können etwa beliebte Zimmerpflanzen wie Philodendron und Einblatt sowie Gartenpflanzen wie Buchsbaum, Kirschlorbeer oder Tulpen. Als schwach giftig – und bei kleinen Mengen unbedenklich – gelten Orchideen, Gummibaum, Efeu oder die Rosskastanie.

Anzeichen einer Vergiftung
Typische Symptome einer Vergiftung sind Reizungen der Schleimhäute, starker Speichelfluss, Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall. Hautkontakt kann Rötungen, Juckreiz und Bläschen verursachen. Schwere Vergiftungen führen bereits nach kurzer Zeit zu Kreislaufproblemen oder Atemnot und können lebensbedrohlich sein.

Erste Hilfe und wichtige Nummern
Wurde eine giftige Pflanze verschluckt, sollte sofort der Mund ausgespült und danach Wasser getrunken werden. Wichtig: Keinesfalls Erbrechen auslösen! Bei schweren Symptomen wie Atemnot oder Bewusstlosigkeit ist sofort der Notruf 144 zu wählen. Sind Sie sich bei weniger drastischen Fällen unsicher oder haben Fragen zur potenziellen Giftigkeit einer Pflanze, gibt die Vergiftungsinformationszentrale (Telefon: 01 406 43 43) Auskunft. 

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