Schwere Operationen machen Angst und werfen Fragen auf. An der Klinik Innsbruck wurde für Patienten deshalb eine Handy-Anwendung entwickelt, die mehr kann, als nur zu informieren. Ausgerechnet bei Schwerkranken wird sie bereits eingesetzt – und zeigt positive Effekte.
Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor einer Lebertransplantation oder einer Herz-OP. Oder Sie haben gerade einen anderen schweren Eingriff hinter sich und müssen ihr Leben mit Therapien, Medikamenten und Einschränkungen im Alltag neu ordnen.
An der Klinik Innsbruck wurde dafür die TeleHealth-App „Modularis“ entwickelt. Sie ist die erste Handy-Anwendung ihrer Art in Österreich und wird gerade in einem Pilotprojekt Patientinnen und Patienten rund um eine Lebertransplantation zur Verfügung gestellt. „Was uns freut: Die Patienten nehmen die App gerne an“, berichtet Oberarzt Thomas Resch von der Klinik für Transplantationschirurgie bei einem Pressetermin. 27 Patienten sind ins Pilotprojekt eingebunden.
Trotz umfassender Aufklärung ergeben sich daheim oft viele Fragen. Hier bietet die App geprüfte Fachinformationen aus erster Hand.

Oberarzt Thomas Resch
Bild: Christof Birbaumer
Erinnert an Medikamente, beantwortet Fragen
Resch betont, dass die Handy-Anwendung keine persönliche Betreuung ersetze, sondern sie ergänze. Was die Software kann, erklärt Hanna Bernögger, diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin. Sie hat an der Entwicklung der App mitgewirkt. „Am Smartphone können Patienten die wichtigsten Informationen rund um ihre Erkrankung abrufen, sie werden an die Einnahme der Medikamente erinnert und können über eine Chatfunktion mit dem Behandlungsteam in Kontakt treten“, zählt die Diplompflegerin ein paar der Funktionen auf. Auch werden Daten wie Blutdruck dort vermerkt und bei Abweichungen Alarm geschlagen.
Digitale Systeme ermöglichen eine hochqualitative Versorgung von Patienten auch außerhalb des Krankenhauses.

Stefan Deflorian, kaufm. Geschäftsführer Tirol Kliniken
Bild: Christof Birbaumer
Patienten müssen weniger oft ins Krankenhaus
Schon in der Pilotphase zeige sich, dass durch den Einsatz der App Patienten weniger oft und weniger lange ins Krankenhaus müssen. „Damit können wir hochqualitative Versorgung anbieten, Patienten Wege ersparen und in Zeiten schwieriger Mitarbeitersuche die Abteilungen entlasten“, spricht Stefan Deflorian, kaufmännischer Geschäftsführer der Tirol Kliniken, von Vorteilen für alle. Deflorian ist davon überzeugt, dass App-Lösungen wie diese an der Klinik Innsbruck und anderen Krankenhäusern bald in vielen Abteilungen zum Einsatz kommen werden.
Das hört Tirols Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) gerne. Sie sieht in der Telemedizin einen Schlüssel, um das Gesundheitssystem auch in Zukunft leistbar zu halten. „Digital vor ambulant vor stationär“, lautet die Zielvorgabe der Politik. Hagele: „Wir entlasten das System durch Technik, um mehr Raum für das zu schaffen, worauf es in der Betreuung besonders ankommt: den Menschen.“
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