So sehen Pläne aus

Stieglbräu: Neustart nach dem Feuerinferno

Tirol
05.07.2026 07:00

Ein Stück Innsbruck kehrt zurück: Das Traditionsgasthaus Stieglbräu, das ein Feuerinferno vor einem Jahr weitgehend zerstörte, wird nun um drei Millionen Euro neu konzipiert. Die Stiegl-Zentrale in Salzburg stellte gegenüber der „Krone“ die Pläne vor. 

Vor rund einem Jahr, am 2. Juni 2025, stiegen im Herzen der Landeshauptstadt dichte Rauchschwaden in den Himmel – das Stieglbräu stand in Flammen! Das bekannte Wirtshaus wurde weitgehend zerstört, war danach im Zentrum umfangreicher Ermittlungen. Ein Prozess wegen Brandstiftung folgte.

Tradition behutsam weiterentwickeln
Nach dem großen Aufräumen, umfangreichen Planungen und tausenden Handwerkerstunden ist der Blick in die Zukunft recht klar: „Wir haben die Situation bewusst genutzt, um den Traditionsbetrieb behutsam weiterzuentwickeln“, sagt Herbert Bauer, Geschäftsführer des Salzburger Brauereiunternehmens.

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Das neue Stieglbräu soll offen, einladend und zeitgemäß sein – ohne dabei seinen traditionellen Charakter zu verlieren.

Herbert Bauer, Stiegl-Geschäftsführer

Drei Millionen Euro werden investiert
Die Investitionssumme beträgt knapp drei Millionen Euro. Aktuell befindet sich das Projekt noch im Rohbau, die Wiedereröffnung ist aber bereits für den kommenden Herbst geplant. „Ziel ist es, ein modernes und gleichzeitig besonders gemütliches Bierlokal zu schaffen. Das neue Stieglbräu soll offen, einladend und zeitgemäß sein, ohne dabei seinen traditionellen Charakter zu verlieren“, kündigt Bauer an.

Schock im Morgengrauen – der Brand am 2. Juni 2025.
Schock im Morgengrauen – der Brand am 2. Juni 2025.(Bild: Rotes Kreuz Innsbruck)

Neues Konzept vom Feierabendbier bis zum Sportereignis
An die Tradition soll auch künftig angeknüpft werden – allerdings mit einem zeitgemäßen Konzept, das man „Wirtshauskultur 2.0“ nennt. „Im Mittelpunkt stehen Geselligkeit, Genuss und gemeinsame Erlebnisse. Ob beim Feierabendbier, bei Sportübertragungen oder kulturellen Veranstaltungen – das neue Stieglbräu soll Menschen zusammenbringen“, umreißt der Stiegl-Chef den Grundgedanken.

Suche nach Pächter ist schon in der finalen Phase
Parallel zum Umbau läuft die Pächter-Suche. Gesucht werde eine Persönlichkeit mit Unternehmergeist, kreativen Ideen und echter Leidenschaft für Gastronomie, heißt es aus Salzburg.

Entscheidung schon in den kommenden Wochen
Das Interesse sei bereits sehr erfreulich. „Es liegen mehrere Bewerbungen mit spannenden Gastronomiekonzepten vor. Wir befinden uns aktuell in intensiven Gesprächen und rechnen damit, schon in den kommenden Wochen eine Entscheidung treffen zu können“, blickt Bauer positiv in die nahe Zukunft.

Tiefpunkt nach 90 Jahren
„Zündende Idee“ des Pächters ging schief

Die Geschichte des Stieglbräu reicht fast ein Jahrhundert zurück. Das Gebäude wurde von der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Innsbruck errichtet und 1933 fertiggestellt. Das Ansinnen dabei: Die Vermietung von Geschäftslokalen und eines Gastronomiebetriebes sollte zusätzliche Einnahmen sichern. Bereits 1935 eröffnete dort die Stieglbrauerei ihr Stieglbräu – ein klassisches Brauhaus mit mehreren Stuben, Gastgarten und österreichischer Küche. Über Jahrzehnte entwickelte sich das Lokal zum Treffpunkt für Größen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Für LH Eduard Wallnöfer war es praktisch das Stammlokal.

Der Prozess am 30. März mit den beiden Angeklagten.
Der Prozess am 30. März mit den beiden Angeklagten.(Bild: Christof Birbaumer)

Nach dem Großbrand im Vorjahr mit 2,5 Millionen Euro Schaden legten die Ermittlungen Brandstiftung nahe – im November wurden der langjährige Pächter (37) und ein befreundeter Bulgare (44) verhaftet, die alles bestritten. „Der größte Fehler meines Lebens“, räumte der geständige Pächter dann aber beim Prozess am 30. März ein. Schon seit der Pandemie sei man in finanzielle Schieflagen geraten, ein Räumungsverfahren lief. Mit dem durch Papier und Benzin gelegten Brand wollte man Geld von der Versicherung erschleichen.

Am Ende standen je dreieinhalb Jahre Haft – beide Angeklagten nahmen dieses Urteil sofort an.

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