Schnelle Reaktion, rasches Handeln, Teamgeist! In Notsituationen zählt jede Sekunde für Flugretter, um den Opfern aus der Luft das Leben zu retten. Und gerade deshalb müssen spezielle Bergungsmethoden aus luftiger Höhe sitzen. Am Millstätter See wurde ein Worst-Case-Szenario stundenlang geübt!
Eine Person droht, im Millstätter See zu ertrinken: So lautete die Einsatzmeldung für die Besatzung der ARA-Flugrettung am Freitagabend. Doch zum Glück war es kein Einsatz, sondern ein Übungsszenario für den Ernstfall. Insgesamt neun Flugretter übten den Ablauf in Zusammenarbeit mit der Wasserrettung Döbriach aus der Luft aus.
Geübt wurde eine spezielle Methode: „Zum Einsatz kommt die Wasserrettungsschlinge, die eher selten in Verwendung ist“, erklärt ARA-Geschäftsführer Thomas Jank. Doch um für den Ernstfall vorbereitet zu sein, wurde damit eine intensive Übung durchgeführt.
„Im Sommer ist diese Einsatzmethode eigentlich unrealistisch, denn an den meisten Seen ist eine Wasserrettung vorhanden.“ Im Winter sieht es aber ganz anders aus. Bricht jemand im Eis ein, wird die Person von der Luft aus gerettet. Damit jeder Handgriff sitzt, wird das im Sommer bei angenehmeren Temperaturen geprobt. „Es handelt sich um eine sogenannte Crashbergung, bei der die Retter mittels Seilbergung versuchen, die in Not geratene Person so rasch wie möglich aus dem Wasser zu befreien und ans Ufer zu bringen“, erklärt Jank weiter.
Konzentration, Schnelligkeit und Zusammenarbeit
Konzentration, Schnelligkeit und Zusammenarbeit unter dem vierköpfigen Team der Hubschrauberbesatzung sind gefragt: Denn schnell wird klar, der Übungseinsatz bringt Herausforderungen mit sich. „Der Pilot hat schlechte Orientierung am See, er muss sich an einem Punkt festhalten. Ihm assistiert der HEMS-TC, eine Art Co-Pilot, der auch die Rettungswinde bedient. Währenddessen der Pilot versucht, die richtige Flughöhe zu halten, ist es für den Flugretter am Seil die Schwierigkeit, die Schlinge am Patienten im Wasser anzubringen. Ist die angebracht, werden Retter und Opfer etwa zwei bis fünf Meter in die Höhe gezogen und von dort aus an Land geflogen“, erklärt HEMS-TC Christian Zlöbl.
Vom Konzept zur perfekten Ausführung
Eine große Rolle spielt der Wind. Der machte das Ganze am Freitag noch einmal spannender. „Da dürfen wir nicht zu schnell werden – ein Stressfaktor für alle.“
Das Resümee dieser Übung: „Mit der Zeit wurde klar, zügiges Hinfliegen zum Opfer ist die beste Methode. Es ist eine reine Übungssache, um im Ernstfall sicher und schnell handeln zu können“, zeigen sich die Flugretter dankbar.
Auch für die Wasserrettung Döbriach war die Einsatzübung interessant. Sie durften am Freitag die Opfer sein und beobachten, wie der Einsatz aus der Luft funktioniert. „Es ist spannend zu sehen, wie sich unser Boot verhält, wenn die Hubschrauber über uns ist.“
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