CS-Eröffnungskonzert

Das magische Leuchten von Persiens blauen Stunden

Kärnten
05.07.2026 14:00

Bildmächtiges Eröffnungskonzert des Carinthischen Sommers im Congress Center Villach, wo „Eine Reise nach Isfahan“ Glanz, Sinnlichkeit und die Wunder Persiens für das heurige Festivalmotto „fern & nah“ zum Leuchten brachte.

Traumschwer, sehnsuchtsvoll, farbstark, dramatisch und voller schimmernder Magie war dieser CS-Auftakt am Samstag mit dem RSO Wien zur literarischen Reisebegleitung von Petra Morzé.

Doch bevor das feinst gestimmte Festivalorchester und die ausdrucksstarke Rezitatorin zur österreichischen Erstaufführung von Charles Koechlins „Les Heures Persanes“ ausholten, brachten Sängerin Golnar Shahyar und Gitarrist Mahan Mirarab zwei berührende Eigenkompositionen zu Gehör, die nicht besser hätten einstimmen können, auf das Kommende.

Träumend, atmend, raffiniert, hoch emotional und von vielen Jazz-Einflüssen durchzogen, verbeugte sich der in Wien lebende Iraner auf seiner Doppelhalsgitarre mit „Lars in Isfahan“ vor dem schwedischen Jazzbassisten und Cellisten Lars Danielsson, um einmal mehr musikalische Traditionen zu vereinen und Brücken zu bauen zwischen Ost und West.

Fantastische „Reiseleiter“ für persiens blaue Stunden: RSO Wien Dirigent Markus Poschner und ...
Fantastische „Reiseleiter“ für persiens blaue Stunden: RSO Wien Dirigent Markus Poschner und Rezitatorin Petra Morzé.(Bild: Irina Lino)

Wie ein matt glänzender, kostbarer Brokat legte sich die warme, dunkle Stimme der ebenfalls in Wien lebenden, iranisch-kanadischen Sängerin Golnar Shahyar darüber, die so mühelos auch in den höchsten Tönen Tragfähigkeit und Sogwirkung behielt, um mit ihrem selbstkomponierten „Love Is“ viele Facetten der Liebe glatt, rau und vielstimmig zu beschwören.

Und dann leuchteten Persiens rosenumflorte Stunden für die als Klaviersuite konzipierte, 1921 instrumentalisierte, 16-teilige Reise zu Karawanen, Derwischen und Flaschengeistern.

Unverständlicherweise nur selten gespielt und in seiner eigenwilligen Musiksprache zwischen Poly- und Atonalität extrem modern, geriet die österreichische Erstaufführung mit dem fabelhaften RSO Wien unter dem gleichermaßen souveränen wie feinnervigen Markus Poschner zum nuancenreichen Klangfest, das vor allem in den subtilen, fein gewebten Passagen des Traumes, der Nacht und des Mondscheins, geheimnisvolle bis abgründige Imaginationskraft und fein ausbalancierte Tiefenschärfe entfaltete – ergänzt von Pierre Lotis „Nach Isfahan“-Auszügen in der stimmigen Rezitation von Petra Morzé.

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