Sieben Jahre lang kämpften Eltern, Lehrer und Direktor um ihre beliebte Volksschule in der Schwarzstraße in der Stadt Salzburg. Ein Sommerfest vor dem allerletzten Abschied in zwei Wochen brachte alle ein letztes Mal zusammen. Dabei wurde sogar ein eigens kreierter Schul-Rap aufgeführt ...
Bei einem letzten Sommerfest nutzten Lehrer, Eltern und Kinder ihre geliebte Volksschule in der Schwarzstraße in der Stadt Salzburg zum Feiern. Dabei ist die Situation eigentlich aussichtslos, denn in 14 Tagen muss alles ausgeräumt sein. Bagger werden anrücken. Bis zu 130 Wohnungen sollen entstehen.
Sieben Jahre lang wurde um die katholische Privatschule gekämpft. „Innerlich kämpfe ich immer noch und weiß nicht, ob ich das akzeptieren kann“, sagt Direktor Christoph Sebald zur „Krone“.
Wir haben gemeinsam mit Lehrern und Eltern sieben Jahre lang alles gegeben. Es ist traurig, dass wir keinen Erfolg gehabt haben. Wichtig ist aber, dass Schüler das möglichst nicht spüren.

Christoph Sebald
Schuldirektor
Bild: Andreas Tröster
Begonnen hat die Misere für Eltern und Schüler, als die Vöcklabrucker Franziskanerinnen das Areal 2019 an das Stift Admont verkauften. Jahrelang wurde um eine Zukunftslösung gerungen. Stadt, Land und Kirche waren eingebunden. Doch die Erzdiözese konnte und wollte das Vorhaben nicht alleine stemmen.
Diese Gemeinschaft gibt es nicht erst, seit die Schwestern gesagt haben, sie verkaufen. Das ist über Jahrzehnte gewachsen und wurde jetzt einfach so fallengelassen.

Paul Lengenfelder
Betroffener Vater
Bild: Andreas Tröster
In den nächsten beiden Jahren werden nur mehr die dritten und vierten Klassen am Borromäum fertig unterrichtet. „Es ist sehr schade, dass eine Gemeinschaft, die über Jahrzehnte gewachsen ist, einfach fallengelassen wird“, sagt Paul Lengenfelder. Er ist einer jener Väter, dessen Kind die Volksschule am Notstandort abschließen wird.
„Es ist toll, dass Lehrer und Direktion die Kraft und Bereitschaft haben, das weiterzuführen“, zollt Lengenfelder Respekt. „Es ist traurig, dass diese Gemeinschaft nicht gesehen wird.“
Für mich war diese Schule immer ganz besonders. Ich war immer die Kleinste und meine Mutter hat Angst gehabt, dass ich in der Lehener Hauptschule untergehe.

Elisabeth Flicker
Ehemalige Schülerin
Bild: Andreas Tröster
„Schüler leiden sehr, dass es Schule nicht mehr gibt“
Elisabeth Flicker war in den 1960er-Jahren selbst Schülerin am Standort. „Ich hole immer wieder den Nachbarbuben von der Schule ab“, erzählt sie. „Er leidet sehr darunter, dass es die Schule nicht mehr gibt. Das ist auf dem ganzen Weg nach Hause immer das Thema.“
Zumindest zwei Schulstufen behalten ihre Mitschüler und Lehrer noch. Am Borromäum gibt es ab Herbst zwei dritte und zwei vierte Klassen, als letztes Kapitel der Volksschule Schwarzstraße. Selbst in einem Schul-Rap, den die Kinder beim letzten Sommerfest live aufgeführt haben, heißt es: „Die Zeit unserer Schule ist jetzt vorbei“
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