Schadstoffe, Bakterien
In diesen Ländern sind viele Badegewässer belastet
Die Qualität der europäischen Badegewässer ist offenbar doch nicht so unbedenklich, wie es in einem Bericht der Umweltagentur EEA Mitte Juni geheißen hatte. Die Angaben hatten sich nämlich nur auf zwei Fäkalbakterien bezogen, wie Fachleute jetzt kritisierten. Chemische Schadstoffe seien zum Beispiel nicht berücksichtigt worden.
Laut dem EEA-Bericht haben knapp 85 Prozent der mehr als 22.000 Badestellen in 27 EU-Staaten sowie in Albanien und in der Schweiz eine exzellente Wasserqualität. 96 Prozent erfüllen demnach immerhin noch die EU-Mindeststandards. In Österreich wurden gar 96,5 Prozent der untersuchten 260 Badegewässer als „ausgezeichnet“ beurteilt.
Diese Ergebnisse sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. Laut dem Medienhaus Correctiv wurden nur die Fäkalbakterien intestinale Enterokokken und Escherichia coli berücksichtigt, die Magenverstimmungen, Durchfall und Infektionen verursachen können. Nicht berücksichtigt wurden hingegen Cyanobakterien – auch Blaualgen genannt – und chemische Schadstoffe wie Pestizide, Mineralöle und PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen). Gerade letztere seien allgegenwärtig und würden sich im Körper anreichern, sagte der Toxikologe Hans-Jörg Martin vom Universitätsklinikum Kiel.
Auch Österreich betroffen
Eine Correctiv-Analyse zeigt, dass EU-weit mindestens 7866 Badestellen als sauber gelten, obwohl sie an Gewässern liegen, die nachweislich mit chemischen Schadstoffen belastet sind. Besonders viele davon gibt es in Italien, Deutschland, Dänemark, Ungarn und Frankreich.
In einigen Ländern, darunter auch Österreich, Belgien, die Niederlande, Schweden, Luxemburg, Lettland und die Slowakei, „liegen alle in unserer Analyse erfassten Badestellen an Gewässern, die den guten chemischen Zustand gemäß der Wasserrahmenrichtlinie nicht erreicht haben“, steht in dem Bericht. Das bedeute aber nicht, dass dort zwangsläufig ein Gesundheitsrisiko bestehe, heißt es. Untersucht wurden Schadstoffe wie Arsen, Pestizidrückstände und Industriechemikalien wie PFAS. Wie hoch die Belastung konkret jeweils ist, geht aus den Messdaten nicht hervor. In manchen Fällen könnten schon Gesundheitsgefahren drohen.
EU-Kommission räumt Probleme mit Blaualgen ein
„An Badestellen sollte vor dem Baden gewarnt werden, wenn das Wasser nachweislich mit Schadstoffen in stark erhöhten Konzentrationen belastet ist“, sagte der Chemiker Markus Große Ophoff von der Hochschule Osnabrück. Das gelte vor allem für vulnerable Gruppen wie Schwangere und Kinder. Besonders stark mit PFAS belastet können der Schaum an Seen und Meeresschaum sein. Die EU-Kommission hat in einem Bericht von 2025 selbst Probleme mit Blaualgen eingeräumt. Höhere Temperaturen würden die Vermehrung dieser Erreger fördern, heißt es darin. Künftig müsse man diesem Thema mehr Aufmerksamkeit widmen.










Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.