Staatsanwaltschaft

Kein Verfahren gegen Ex-Chef der Hofreitschule

Wirtschaft
03.07.2026 20:17

In der Spanischen Hofreitschule sollen zwei ehemalige Mitarbeiter rund eine Million Euro abgezweigt haben. Eine Strafanzeige der Kulturinstitution richtete sich auch gegen Ex-Geschäftsführer Alfred Hudler. Doch die Staatsanwaltschaft Wien sieht laut „Krone“-Infos von Ermittlungen gegen den Manager ab.

Alfred Hudler war im September 2025 von der 1565 gegründeten Spanischen Hofreitschule fristlos entlassen worden. Unter einigermaßen eigenwilligen Umständen: Denn das Landwirtschaftsministerium, zu dem die Hofreitschule ressortiert, soll bereits in den Wochen davor enormen Druck auf den Aufsichtsrat ausgeübt haben. Erst ging es um vermeintlich falsche Spesenabrechnungen, dann um die angeblich mangelhafte Überwachung der Finanzabteilung. Überliefert ist ein Zitat eines hohen Beamten, der auf gut wienerisch gegenüber einem Aufsichtsrat gemeint haben soll: „Haut‘s ihn ausse, dann soll er klagen, und wenn er recht bekommt, bekommt er viel Geld und muss nicht mehr arbeiten.“

„Öffentliche Demontage“
Anfang Mai stellte die Staatsanwaltschaft Wien sämtliche Ermittlungen wegen Untreueverdachts gegen Hudler ein. Hudlers Anwalt Norbert Wess erklärte damals: „Es ist äußerst bedauerlich, dass Alfred Hudler aufgrund einer voreiligen, falschen und unbegründeten Anzeige über Monate hinweg einer öffentlichen, medial begleiteten Demontage ausgesetzt war, die offenkundig ausschließlich politischen Interessen diente.“

Zwei Mitarbeiter, eine abgezweigte Million
Doch nur wenige Tage später nahm die Kulturinstitution einen weiteren Anlauf: Zwei ehemalige Mitarbeiter, darunter ein mittlerweile verstorbener Prokurist, sollen in den Jahren 2024 und 2025 Gelder abgezweigt und hohe Barbehebungen vorgenommen haben. Es geht laut einem forensischen Bericht um „nicht zuordenbare Zahlungsvorgänge“ von 940.867,42 Euro. Eine neue Strafanzeige richtete sich auch gegen Hudler, dem Untreue durch Unterlassung seiner Aufsichtspflicht vorgeworfen wurde.

Nun hat die Staatsanwaltschaft Wien mitgeteilt, dass gegen den Ex-Chef der Hofreitschule kein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird. Laut „Krone“-Infos fehle es an einem Anfangsverdacht.

Prozess vor dem Arbeitsgericht
Wie geht es in der Causa weiter? Der frühere Ottakringer-Vorstand, der bei der Hofreitschule einen Vertrag bis Ende 2027 hatte, klagt seine Ansprüche vor dem Arbeits- und Sozialgericht ein. Es geht in Summe um eine knappe Million Euro, die Hudler inklusive Bonuszahlungen zustehen würden. Eine erste Tagsatzung wäre für Juli geplant gewesen, musste jedoch wegen der Urlaubszeit um einige Wochen verschoben werden. Sollten auch die Spitzen des Landwirtschaftsministeriums in den Zeugenstand müssen, könnte sich die Motivlage weiter aufhellen.

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