Hudler-Nachfolgerin

Ex-Hofburg-Managerin übernimmt die Hofreitschule

Wien
10.03.2026 09:00

Die Spanische Hofreitschule bekommt eine neue Chefin. Wie das Landwirtschaftsministerium mitteilte, wird die ehemalige Geschäftsführerin der Veranstaltungsgesellschaft Hofburg Vienna die Leitung der über 450 Jahre alten Reitinstitution übernehmen. 

Die neue Chefin der Lipizzaner und ihrer Reiterinnen und Reiter heißt Alexandra Kaszay. Sie hat zwar keine Pferdeerfahrung, dafür kennt sie sich im Hinblick auf Event- und Tourismusmanagement bestens aus. Die 59-Jährige übernimmt ab 1. April 2026 die Verantwortung für die Spanische Hofreitschule, das Lipizzanergestüt Piber sowie das Trainingszentrum Heldenberg.

„Bringt entscheidende Qualifikationen mit“
Mit der Bestellung von Alexandra Kaszay legen wir den Grundstein für ein neues Kapitel. Sie bringt die entscheidenden Qualifikationen für ihre Aufgabe als Geschäftsführerin mit, wie eine langjährige Führungserfahrung, hervorragende fachliche Eignung sowie Branchenerfahrung in den Bereichen Tourismus und Veranstaltungsmanagement“, teilte Bundesminister Norbert Totschnig (ÖVP) mit: Ich danke Maria Patek für die professionelle interimistische Geschäftsführung.“

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP)
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP)(Bild: Eva Manhart)

Man habe mit Alexandra Kaszay eine exzellente Wahl getroffen, so der Minister weiter: „Unser Ziel ist klar: Die Spanische Hofreitschule soll sich wieder voll auf das konzentrieren können, wofür sie international geschätzt wird – die Zucht der Lipizzaner, den Erhalt der klassischen Reitkunst und die Bewahrung des einzigartigen UNESCO-Weltkulturerbes.“

„Leiter der Reitbahn“ soll es wieder geben
Totschnig will zudem wieder einen „Leiter der Reitbahn“ einsetzen lassen, diese Funktion hatte zuletzt Oberbereiter Ernst Bachinger inne, der 2012 in Pension ging. „Spätestens bis zum dritten Quartal 2026 soll es einen Hauptverantwortlichen für die Reitbahn hier in der Spanischen Hofreitschule geben“, erläuterte er. Als Herausforderung gelten auch anstehende Sanierungsarbeiten sowohl in der Stallburg als auch in der Winterreitschule. Für diese Zeit müssen die rund 70 Hengste die Hofburg vorübergehend verlassen. Ab Februar 2027 ist darher ein Übergangsquartier zu organisieren. Auch ein alternativer Auftrittsort muss gefunden werden.

Wo die Vorführungen stattfinden werden, ist noch offen. Kolportiert wurde zuletzt unter anderem, dass die Stadthalle als Veranstaltungsort infrage kommen könnte

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Spanischen Hofreitschule, Michael Enzinger, die neue Chefin der ...
Der Aufsichtsratsvorsitzende der Spanischen Hofreitschule, Michael Enzinger, die neue Chefin der Spanischen Hofreitschule Alexandra Kaszay und Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP)(Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)

58 Bewerber für Hofreitschule-Chefposten
Das Interesse an dem Führungsposten war groß, 58 Bewerberinnen und Bewerber hatten ihren Hut in den Ring geworfen, nachdem Alfred Hudler vergangenes Jahr überraschend abberufen wurde. Ihm waren unter anderem Ungereimtheiten bei Spesenabrechnungen vorgeworfen worden. Die Untersuchungen wurden allerdings inzwischen teilweise eingestellt, es gilt die Unschuldsvermutung. 

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Spanischen Hofreitschule, Michael Enzinger, Jurist und langjähriger Dressurreiter, führte aus, man sei sich der großen Verantwortung der Besetzung des Postens bewusst gewesen:  „Prioritäre Kriterien für die Auswahl durch den Aufsichtsrat waren Expertise in der Führung von Unternehmen, Erfahrung im Veranstaltungsmanagement, Verständnis für das historische Erbe Österreichs und Sensibilität für das Tierwohl. Ich werde Alexandra Kaszay mit meiner langjährigen reiterlichen Erfahrung bestmöglich in fachlicher Hinsicht unterstützen und blicke voller Zuversicht auf das kommende 500-Jahr-Jubiläum der Spanischen Hofreitschule.“

Nach der Absetzung Hudlers wurde Maria Patek, Ex-Sektionsleiterin im Landwirtschaftsressort, zur interimistischen Geschäftsführerin bestellt. Der Chefposten wurde neu ausgeschrieben. Sowohl Totschnig als auch Enzinger äußerten sich am Dienstag nicht im Detail zum aktuellen Stand der Untersuchungen in der Causa. Es handle sich um ein laufendes Verfahren, wurde betont. Es seien bei Prüfungen jedoch „erhebliche organisatorische Mängel“ zutage gekommen. Ein wesentlicher Teil sei bereits aufgearbeitet, hieß es. „Es ist noch nicht alles erledigt, das braucht eine gewisse Zeit“, erläuterte Enzinger.

„Kulturelle Visitenkarte Österreichs“
Kaszay selbst betonte in einer ersten Stellungnahme: „Es gilt die Reputation der Spanischen Hofreitschule zu stärken und als kulturelle Visitenkarte Österreichs sowohl finanziell als auch personell und organisatorisch gut für die Zukunft aufzustellen.“

Über zehn Jahre hatte Kaszay die Geschäftsführung der Wiener Kongresszentrum Hofburg BetriebsgesmbH (HOFBURG Vienna) inne, bevor sie auf eigenen Wunsch ausgeschieden war: „Ihre fachlichen Schwerpunkte liegen in Strategie, Finanzen, Controlling und Organisationsentwicklung“, so das Ministerium. 

Sie studierte an der Wirtschaftsuniversität Wien mit Schwerpunkt Außenhandel und Internationales Wirtschaftsrecht und verfügt zudem über eine technische Matura im Bereich Kunststofftechnik. Weitere berufliche Stationen waren Lauda Air, Sony DADC Austria und Ernst & Young.

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