Ein plakatives Beispiel beschreibt eine Situation, die die Regionen im nordöstlichsten Teil von Österreich aber am besten umschreibt: Herrscht an der March Niedrigwasser, bedeutet dies im Extremfall einen Umweg von 116 Kilometern. Heurigenwirt Gerhard Küssler zeigt die Folgen einer Dauersperre, wie sie in trockenen Zeiten ist, auf: „Das kostet uns und auch Slowaken Unsummen.“ Bis Bratislava Richtung Süden gibt es keine Autobahnbrücke! Daher wird entlang des Grenzflusses auch schon sarkastisch vom „Eisernen Wasservorhang“ gesprochen ...
Wer nimmt knapp 108 Kilometer Umweg auf sich, wenn es auch direkt mit nur sechs Kilometern ginge? Doch derzeit herrscht eine Situation, unter der Regionen dies- und jenseits der March im nordöstlichsten Teil Österreichs leiden. „Die March-Rollfähre ist nicht wegen Eis oder Hochwasser, nicht wegen einer Maul- und Klauenseuche gesperrt – aber schon länger wegen zu niedrigem Wasserstand“, ist Gerhard Küssler, der im nahen Grub einen Winzerhof betreibt, verärgert.
Es ist eine unverträgliche Situation, wenn auch Hohenau geschlossen ist
„Auch für Unternehmer, den Tourismus und Familien bedeutet das einen irren Zeitverlust!“ Denn sehr oft ist zeitgleich auch der nächste Übergang in Hohenau gesperrt – das bedeutet: 50 Kilometer bis Bratislava fahren, um auf die andere Seite der Grenze zu kommen. Das Problem fehlender Autoquerungen ist auch bei Feuereinsätzen ein Hindernis für bilaterale Zusammenarbeit!
Die „vergessene, abgetrennte“ Region – ausgenommen Radfahrer
Die letzte „Aktion“ war der Bau einer optisch mächtigen Brücke für eine Landesschau, aber: nur für Fußgänger und Radler! Wirtschaftsnachteile haben die Regionen auch beim Fährenbetrieb: „Drei Euro pro Überfahrt, Angestellte haben da 42 Euro wöchentlich Fixkosten“, so der Wirt. Er hofft, dass die Verantwortlichen hier endlich Taten – sprich Brücken – setzen.
Bürger stehen hinter Wirt
Als Winzerhof Küssler, in Grub an der March, ist der Winzerhof selbst mehrfach betroffen. „Wir beschäftigen Mitarbeiter aus der Slowakei, begrüßen Gäste aus beiden Ländern und pflegen seit vielen Jahren grenzüberschreitende Geschäftsbeziehungen. Deshalb setzen wir uns seit längerer Zeit öffentlich für eine dauerhafte Lösung ein – nun eben mit einer recht demonstrativen Aktion.“ Ein guter Anhaltspunkt, warum und vor allem wie sehr das Problem den Menschen dies- (der gesamte Bezirk Gänserndorf von Nord bis Süd) sowie jenseits der Grenze unter den Nägeln brennt: „Mit unseren Internet-Auftritten erreichen wir regelmäßig eine sehr große Reichweite. Und gerade dieses Thema, nämlich fehlende Kfz-Brücken, über die wir freilich schon mehrmals gepostet haben, bewegt die Menschen enorm und löst auf unseren Kanälen außergewöhnlich viele Reaktionen und Diskussionen aus.“
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