Die bestialische Tötung eines Katers in Brixen im Thale in Tirol durch vier Männer sorgte in den vergangenen Wochen und Monaten für Aufregung. Jetzt – nach umfangreichen Ermittlungen der Polizei – machte die Justiz ernst und brachte Anklage gegen die vier Verdächtigen ein.
Die grausame Tat – zu der es Ende April gekommen sein soll – wurde auf Video festgehalten, das anschließend viral ging. Darauf war zu sehen, wie mehrere Männer eine Katze zunächst mit einem Bolzenschussgerät töten wollten. Als das schwer verletzte Tier danach noch lebte und zuckte, drosch einer der Beteiligten mit einer Schneeschaufel auf die Katze ein – begleitet von Gelächter und geschmacklosen Kommentaren.
Mitte Mai stellten sich die vier Verdächtigen im Alter zwischen 16 und 25 Jahren schließlich der Polizei. Der Druck – das Video verbreitete sich im Netz wie ein Lauffeuer – war offenbar zu groß geworden.
Verdächtigen droht jetzt sogar Haft
Ermittlungen waren die Folge – am Donnerstag machte die Justiz schließlich ernst: „Es wurde Anklage gegen die vier Männer wegen Verdachts der Tierquälerei beim Landesgericht Innsbruck eingebracht“, erklärte Hansjörg Mayr, Sprecher der Staatsanwaltschaft, gegenüber der „Krone“.
Das Vergehen der Tierquälerei ist mit Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren bedroht.

Hansjörg Mayr, StA Innsbruck
Bild: Christof Birbaumer
„Drei Männern im Alter von 19, 20 und 25 Jahren wird vorgeworfen, den streunenden Kater roh misshandelt und ihm unnötige Qualen zugefügt sowie ihn letztlich mutwillig getötet zu haben. Dem 16-Jährigen wird zur Last gelegt, zur Quälerei beigetragen zu haben, indem er die Tat gefilmt und aufgefordert hat, noch einmal auf den Kater einzuschlagen“, so Mayr weiter.
Die Verdächtigen hätten unterdessen angegeben, dass sie das verletzte Tier nicht quälen, sondern töten wollten, um es von seinen Leiden zu erlösen.
Auf Tierquälerei droht eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.
Unzählige Anfeindungen und Drohungen
Im Internet kam es nach Bekanntwerden des grausamen Falls auch zu unzähligen Anfeindungen und Drohungen, nachdem Namen durchgesickert und veröffentlicht worden waren – nicht nur gegen die Verdächtigen selbst, sondern teils auch gegen deren Familien, Freunden, Arbeitgebern und auch Vereinen, in denen die Beschuldigten aktiv gewesen sind.

Die Verdächtigen verloren aufgrund der Tat teilweise ihre Jobs und wurden aus Vereinen ausgeschlossen.
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