Bruckner Orchester

Stiftskonzerte schreiben Musikgeschichte

Oberösterreich
03.07.2026 14:30

Markus Poschner führt das Bruckner Orchester an einen musikalischen Höhepunkt: Nach der fulminanten Aufführung von Gustav Mahlers dritter Symphonie in Steinbach, folgte eine überwältigende Präsentation des Werks in der Stiftskirche St. Florian. 

Gustav Mahler ist noch nicht zu Ende entdeckt: Ein ganzer Kosmos entfaltet sich in den sechs Sätzen der dritten Symphonie.

Das Bruckner Orchester Linz unter der Leitung von Markus Poschner ließ diese musikalische Welt mit beeindruckender Präzision und Ausdruckskraft lebendig werden. Gemeinsam mit der Altistin Wiebke Lehmkuhl, deren kraftvoller Alt mit samtenem Klang, großer Textverständlichkeit und eindringlicher Gestaltung begeisterte, dem Frauenchor Jeunesse (Einstudierung: Wolfgang Mayrhofer), den Damen des Hard-Chors (Alexander Koller) sowie dem Kinderchor des Musiktheaters entstand eine Interpretation, die in jeder Hinsicht überzeugte.

Das Lauschen auf die Natur ist wieder aktuell
Mahlers „Weltanschauungssymphonie“ vereint intimste Momente mit überwältigender Klanggewalt. Genau diese Gegensätze machte das Linzer Spitzenorchester eindrucksvoll hörbar: strahlend intonierte Bläser, enorme technische Brillanz, feinste dynamische Abstufungen – insbesondere in den Streichern -, hervorragende solistische Leistungen etwa von Jakob Meining und Benjamin Lichtenegger sowie eine perfekte Synchronizität, selbst mit den in großer Entfernung bei der Orgel positionierten Chören.

(Bild: Oliver Erenyi)

Diese gewaltige Klanglandschaft ist inspiriert von der Natur rund um den Attersee – Mahler meinte selbst, dort sei „alles schon wegkomponiert“  –, von Siegfried Lipiners Gedicht „Genesis“ sowie von Friedrich Nietzsches berühmtem „Mitternachtslied“ aus „Also sprach Zarathustra“: „O Mensch! Gib acht!“. Im Zentrum des Werkes steht das Lauschen auf die Natur – auf Blumen, Tiere und den Menschen – bis hin zur  allumfassenden Liebe Gottes.

Dass Markus Poschner den Chören das Werk vor der Aufführung mit großer Begeisterung und Anschaulichkeit erläuterte, unterstreicht außerdem einmal mehr seine außergewöhnliche pädagogische Begabung, Musik noch unmittelbarer erfahrbar zu machen.

Das Publikum dankte dieser denkwürdigen Aufführung mit lang anhaltendem Jubel. Mit dieser Interpretation von Mahlers Dritter wurde bei den Stiftskonzerten zweifellos Musikgeschichte geschrieben!

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