Will Untersuchung

ÖAMTC kritisiert „Ölmultis“ wegen Spritpreisen

Wirtschaft
02.07.2026 11:54
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im Juni war Tanken in Österreich günstiger als in den Vormonaten. Diesel kostete im Durchschnitt 1,777 Euro pro Liter, Super 1,692 Euro. Laut dem ÖAMTC waren sinkende Erdölpreise dafür verantwortlich. Allerdings seien diese nur zum Teil bei den Tankstellen angekommen.

Die Differenz zwischen den Nettopreisen für Benzin beziehungsweise Diesel und dem Preis für einen Liter Öl sei aktuell noch deutlich höher als vor dem Iran-Krieg, kritisierte der Mobilitätsclub am Donnerstag in einer Aussendung. Die Verordnung der Bundesregierung, dass sich die österreichischen Kraftstoffpreise an den internationalen Preisnotierungen für Benzin und Diesel orientieren müssen, würde nur bedingt helfen. Dass die Entlastung bei der Mineralölsteuer von 1,7 auf 0,8 Cent pro Liter gefallen sei, habe sich hingegen sofort an den Zapfsäulen bemerkbar gemacht.

Der Mobilitätsclub forderte eine Untersuchung und eine stärkere Reglementierung der internationalen Preisnotierungen für Diesel und Super. „Verlässliche und nachvollziehbare Notierungen sind eine wichtige Voraussetzung für faire Preise an den europäischen Tankstellen. Ein Blick auf die Zahlen der Europäischen Kommission zeigt zudem, dass die Nettopreise für Kraftstoffe in Österreich im Juni weniger stark gesunken sind als im EU-Durchschnitt (...)“, heißt es in einer Aussendung.

Tankrabbat in Deutschland ausgelaufen
Am Mittwoch lag der Median für einen Liter Diesel österreichweit bei 1,721 Euro und für Super bei 1,669 Euro. Das geht aus den Daten von E-Control hervor. Wie berichtet, gilt die Spritpreisbremse seit dem gestrigen Mittwoch in Österreich in abgespeckter Form. Die Maßnahme wurde mit April beschlossen. Aktuell setzt sich der Spritpreis bei Diesel aus dem Nettopreis (47 Prozent), der MÖSt (27 Prozent), der CO₂-Bepreisung (9 Prozent) und der Mehrwertsteuer (17 Prozent) zusammen. Bei Benzin macht der Nettopreis 42 Prozent der Gesamtsumme aus, 33 Prozent entfallen auf die Mineralölsteuer, 6 Prozent auf die Kohlendioxid-Besteuerung und 17 Prozent auf die Mehrwertsteuer.

Derzeit nehmen viele europäische Länder ihre Maßnahmen gegen hohe Kraftstoffpreise allmählich zurück. In Deutschland ist das Tanken nach dem Auslaufen des Tankrabatts wieder deutlich teurer geworden als in Österreich. Auch in Italien liegen die Kraftstoffpreise über dem Niveau hierzulande. Anders stellt sich die Situation Richtung Slowenien und Kroatien dar. Dort gelten abseits der Autobahnen weiterhin staatlich regulierte Höchstpreise. Wer nach Kroatien reist, kann daher häufig sparen, wenn erst in Slowenien oder am Urlaubsort getankt wird.

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