„Haben Spieler dafür“

WM: Warum Spaniens Teamchef vor der ÖFB-Elf warnt

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Von krone Sport

Spaniens Teamchef Luis de la Fuente sieht seine Mannschaft in einer guten körperlichen Verfassung, hat vor dem WM-Sechzehntelfinale am Donnerstag (21 Uhr MESZ/live im sportkrone.at-Ticker) aber dennoch vor Gegner Österreich gewarnt. 

Die österreichische Schule sei von Disziplin, Kraft, physischer Stärke und einer gewissen Lufthoheit geprägt. „Sie haben das weiterentwickelt mit dem Nationalteam. Sie spielen zunehmend intensiver“, meinte De la Fuente. Dazu komme das hohe Pressing, das man nicht nur bei der WM, sondern vor allem davor in vielen Spielen des ÖFB-Teams gesehen habe. „Sie haben auch die richtigen Spieler dafür. Dieser Stil passt wunderbar zu ihnen.“

(Bild: EPA/AMY KONTRAS)

Der Europameister will seinem eigenen, auf Ballbesitz ausgelegten Stil treu bleiben. „Wir werden sehen, welcher der sehr gegensätzlichen Ansätze sich durchsetzen wird“, sagte Spaniens Coach. „Sie sind beide gut.“ Sollten die Österreicher sehr tief und kompakt stehen, wie sie es im Turnierverlauf mitunter ebenfalls bereits praktiziert hatten, müsste sein Team den Ball mit Genauigkeit zirkulieren lassen. „Wenn wir in ihrem Strafraum sind, brauchen wir Präzision. Wir kreieren gefährliche Situationen, aber wir müssen sie auch verwerten.“

Yamal bereit für 90 Minuten und mehr
Fünf Tore haben die Spanier in ihren drei WM-Spielen bisher erzielt – vier davon aber beim 4:0 gegen Saudi-Arabien. Anlass zur Zuversicht gibt der sich ständig verbessernde Fitnesszustand von Lamine Yamal, den vor Turnierstart eine Oberschenkelverletzung zu schaffen gemacht hatte. Eine Minutenbeschränkung für den Jungstar stellte De la Fuente nicht in Aussicht. „Lamine kann spielen, solange wir es von ihm wollen. Wir waren bei allen mit ihrer Reha-Zeit geduldig.“

Lamine Yamal
Lamine Yamal(Bild: AP/Andre Penner)

Geduld und vor allem Respekt hatte De la Fuente auch für seine kritisierten Mittelfeldstars Rodri und Pedri eingefordert. „Ich sehe, wie sie sich ständig verbessern. Es ist ein langes Turnier mit vielen Reisen, aber sie sind jetzt in sehr guter Verfassung“, meinte der frühere U21-Teamchef, der Ende 2022 zu Spaniens A-Auswahl aufgestiegen war. Auf die Anstrengungen des Turniers sei man vorbereitet. „Wir wussten, dass es eine einzigartige Situation wird. Es nutzt nichts, nach Ausreden zu suchen. Wir haben es so angenommen, wie es ist.“

Das erklärte Ziel der Spanier ist es, das Finale am 19. Juli vor den Toren New Yorks zu erreichen. Frankreich spiele bisher eine gute WM und sei einer der Topfavoriten. „Aber wir sind es auch, und es gibt noch einige andere in dieser Kategorie“, meinte De la Fuente. „Wir gehen Schritt für Schritt, das Wichtigste ist das nächste Spiel.“ Dass es bei der WM zuletzt einige Überraschungen gegeben habe, wollte der Coach von „La Roja“ nicht überbewerten. „Es gibt viele Gegner, die gleichwertig sind. Man muss viele verschiedene Situationen meistern.“

Lange K.-o.-Durststrecke der Spanier
Die Spanier haben seit dem Finale 2010 kein K.-o.-Spiel bei einer Weltmeisterschaft gewonnen. 2014 war in der Gruppenphase Endstation, 2018 und 2022 jeweils im Achtelfinale im Elfmeterschießen gegen Russland bzw. Marokko. „Dieses Nationalteam ist es gewohnt, Rekorde zu brechen. Vielleicht schaffen wir es auch, diese Serie zu überwinden“, meinte De la Fuente. Er sei sehr optimistisch. „Ich werde jeden Tag optimistischer. Aber man muss rausgehen und darf keine Fehler machen.“

Luis de la Fuente
Luis de la Fuente(Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)

Er vertraue seinem Team mittlerweile blind, betonte der langjährige Verbandstrainer, der viele Stammkräfte – von Rodri über Pedri bis hin zu Torhüter Unai Simon - bereits in Nachwuchsauswahlen betreut hatte. „Für mich sind sie die Besten der Welt, das denken wir über uns selbst.“ 33 Partien in Folge haben die Spanier nicht in der regulären Spielzeit verloren, in Pflichtspielen sogar 34.

Man habe sich auf alle möglichen Szenarien vorbereitet, versicherte De la Fuente – auch auf ein mögliches Elfmeterschießen. „Einen Elfmeter zu schießen ist nichts Zufälliges, wir haben auch dafür Spezialisten.“ Man müsse vor allem den psychologischen Aspekt berücksichtigen. „Für manche ist es schwierig, andere lieben es, wenn sie unter Druck stehen. Wir wollen, dass alle frisch sind im Kopf.“ Sein Team sei fit und bereit, gegen Österreich anzutreten. „Wir haben alle Werkzeuge, die es braucht. Aber wir müssen erst spielen.“

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