Aron Stiehl, Intendant des Klagenfurter Stadttheaters, hat – nach eigener Aussage – Angst. Er werde „homophob und antisemitisch“ bedroht. Und zwar deshalb, da er mit seiner Kritik die aktuelle Debatte um eine Süßspeise der Klagenfurter Traditionsfirma Zehrer ausgelöst hat. Deren Bezeichnung für Erdnuss-Schokolade als „Negerbrot“ sei rassistisch und deshalb zu unterbinden.
EINERSEITS ist Herr Stiehl als Theatermacher sicher ein Hochkaräter. Allein seine Inszenierung von Richard Wagners „Ring“ war – vielleicht mit Ausnahme seines klischeehaft, an dunkle Zeiten erinnernd, überzeichneten Alberich – sensationell. Weshalb Gesellschaftskritik aus seinem Munde durchaus ernst zu nehmen ist.
ANDERERSEITS schlägt er mit seiner Kritik an der allenthalben als harmlos und keineswegs abwertend verstandenen Bezeichnung einer traditionellen Süßware in jene Kerbe, die von der links gepolten Political Correctness zur gesellschaftspolitischen Hauptkampflinie hochstilisiert wird. Da geht es um die Tabuisierung, oder sogar um die Kriminalisierung von Worten und damit gleichzeitig um Redeverbote und in der Folge wohl auch um Denkverbote.
Wie wenn Worte wie „Zigeunerschnitzel“, „Mohrenkopf“ oder „Negerbrot“ in Zeiten von Krisen und Krieg unsere wahren Probleme wären.
Und gerade deshalb sollten derlei Orchideen-Debatten nicht mit angstauslösenden Drohungen verbunden werden.
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