Eine Woche nach Beben
Mann (43) in Trümmern in Venezuela entdeckt
Gute Neuigkeiten aus Venezuela: Ungefähr eine Woche nach dem verheerenden Doppel-Erdbeben ist ein Mann (43) lebend in den Trümmern entdeckt worden. Er steckte am Donnerstag unter einem eingestürzten siebenstöckigen Gebäude fest. Gil arbeitete dort als Wachmann.
Als das Gebäude einstürzte, war er gerade in seinem Wachhäuschen. Seine Rettung dauert nun schon seit drei Tagen an. Beteiligte Teams kommen aus Venezuela, Chile, Costa Rica, El Salvador, Mexiko, Portugal und den USA. Donnerstagfrüh waren die Rettungskräfte nur noch knapp einen Meter von Gil entfernt. Sie trugen vorsichtig weiter Trümmer ab, um weitere Einstürze in dem Schuttberg zu verhindern. Die Arbeit sei „ziemlich kompliziert“, sagte der Leiter des chilenischen Rettungsteams, Cristian Vera. „Es war nicht einfach, genau den Punkt zu erreichen, an dem sich das Opfer befindet.“
Dass ihr Mann noch lebe, sei „wirklich ein Wunder“, sagte Gils Ehefrau Gusbimar González. Sie sei „völlig überwältigt“ von der Arbeit der Einsatzkräfte.
Mehr als 2200 Todesopfer
Am Mittwoch vergangener Woche hatten kurz hintereinander zwei starke Erdbeben Venezuela erschüttert. Bisher wurden mehr als 2200 Todesopfer geborgen, mehr als 11.000 Menschen wurden verletzt. Zehntausende Menschen werden immer noch vermisst. Nach ihnen suchen sowohl Einsatzkräfte als auch viele Freiwillige. Wie berichtet, wurde am Dienstag noch ein Dreijähriger lebend aus den Trümmern in Caracas gerettet. Viele Menschen suchen auch ohne professionelle Hilfe oder Ausrüstung nach ihren Angehörigen.
Die österreichische Bundesregierung hat am Mittwoch 500.000 Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds zur Verfügung gestellt. Am Wochenende war das Nothilfe-Team von Maltester International im Krisengebiet angekommen. „(...) Die Stille, die über den zerstörten Häusern liegt, bewegt mich sehr. Es gibt zu wenige Krankenwagen, und die Verletzten werden teils notdürftig auf Motorrädern in nahegelegene Krankenhäuser gebracht. Es fehlen insbesondere medizinische Notfallausrüstung, Medikamente und Material für die Traumaversorgung“, berichtete Jonas Jung, Nothilfekoordinator aus La Guaira.
„Die Notunterkünfte in La Guaira sind völlig überfüllt und die hygienischen Bedingungen dort sind katastrophal. Es besteht ein erhöhtes Risiko für die Ausbreitung von Infektionen und Magen-Darm-Erkrankungen“, sagte auch Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich. „Darum verteilen wir als erste Hilfsmaßnahme Hygienepakete an die betroffenen Menschen.“











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