Sie hat Bildhauerei an der Wiener „Angewandten“ studiert, mit ihrem Schaffen die Kärntner Kunstszene geprägt und Installationen, Textschachteln, Skulpturen oder Bühnenräume zu gesellschaftspolitischen Inhaltsträgern gemacht. Jetzt hat der Tod Bella Ban in einen fernen Raum geführt.
Dieses leise Lächeln eines Menschen, der aus reflektorischer Tiefe Wissen, Weisheit und Widerstand schöpft, trug sie stets im Gesicht. Und irgendwie befiel einem bei dieser zeitlos schönen Frau, die sich gleichermaßen kunst- wie stilvoll zu inszenieren wusste, manchmal das Gefühl, sie wäre nicht von dieser Welt und der „Ferne Klang“ ihres Halbbruders Gert Jonke hätte sie an die trügerischen Ufer der Wirklichkeit getragen.
In der Nacht auf Mittwoch nun hat der Tod die Installations-, Konzeptkünstlerin und Bildhauerin Bella Ban im 68. Lebensjahr in einen anderen Raum geführt. Doch bei aller poetischen Außenwahrnehmung gegenüber ihrer außergewöhnlichen Erscheinung sollte man eines nie vergessen: Mit dem politisch-ästhetischen Kunstprojekt „Café OM“, das Bella Ban in Klagenfurt mit ihrem Lebenspartner, dem Dadaisten Viktor Rogy durchlebt, hat sie ihre irreversible Widerständigkeit ebenso sichtbar gemacht wie mit ihrem Abarbeiten am Nationalsozialismus – Projekte wie „Tatort Kärnten 1938 – 1945“ oder „Grabort Klagenfurt“ erzählen eindringlich davon.
Dass Bella Ban in ihrem vielschichtigen Schaffen für die Kärntner Kunstszene (und weit darüber hinaus) prägend war, weiß man. Dass der Vater „ein Partisan im Kreis von Edward Kotzbeck“, die Mutter Pianistin und sie selbst ihre Kindheit großteils in Laibach und Istrien verbracht hat, „bei italienischen Pflegeeltern und kurzfristig auch im Kinderheim, weil der Vater nie Zeit und die Mutter sich mehr um den Gert gekümmert hatte“, ist wenig bekannt.
Das Eintauchen „in eine eigene Welt“, um „ganz bei sich zu sein“, das Eintreten in neue Räume durch die Türen der Kunst – seit Bella Ban von zu Hause ausgerissen ist und sich im Steinbruch Krastal bei Bildhauer Otto Eder lieber die Hände wund gehauen hat, ist dieser Antrieb allgegenwärtig und lebensbestimmend in einem viel zu kurzen, doch nachhaltig sichtbaren Leben im Zeichen der Kunst.
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