Große Aufregung in Krems in Niederösterreich: Mitten in der Debatte um die Taubenpopulation hat ein Unbekannter mit einem Gewehr in der Altstadt auf einen Vogel geschossen.
Eine verletzte Taube hat in Krems nun Ermittlungen der Polizei ausgelöst. Das Tier wurde in einem Innenhof nahe der Fußgängerzone gefunden und ins Tierheim gebracht. Dort stellte Tierarzt Ingo Mai eine Schussverletzung fest. Die Taube dürfte mit einem Flobertgewehr angeschossen worden sein.
Da es sich um einen abgeschlossenen Hof handelt, liegt die Vermutung nahe, dass der Schuss auch dort abgegeben wurde. Das Tierheim erstattete sowohl bei der Polizei als auch beim Amtstierarzt Anzeige. Nun hofft man auf Hinweise aus der Bevölkerung, die zur Ausforschung des unbekannten Schützen führen.
Nach Angaben des Tierheims handelt es sich dabei keineswegs um einen Einzelfall. Immer wieder haben die Tierschützer gerade im Kremser Raum mit verletzten Vögeln zu tun, die Schussverletzungen aufweisen. Besonders erschreckend sei diesmal jedoch der Tatort.
„Massive Gefährdung“
„Es handelt sich hier um vorsätzliche Tierquälerei, die strafrechtliche Konsequenzen nach sich zieht. Dazu kommt die massive Gefährdung von Menschen in der stark belebten Innenstadt“, betont Tierschutz-Präsidentin Andrea Specht. Es handle sich keinesfalls um ein Kavaliersdelikt.
Brisant ist der Vorfall auch deshalb, weil über Tauben in Krems seit Wochen kontrovers diskutiert wird. Wie berichtet, ortet vor allem die ÖVP beim Bahnhof eine Taubenplage mit massiven Verunreinigungen und fordert ein Maßnahmenpaket. Nach Angaben der Stadt sind bereits Maßnahmen in Umsetzung. Ob der Schuss auf die Taube mit dieser Debatte in Zusammenhang steht, ist allerdings völlig offen.
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