Kein Schuldnachweis

Trotz blutiger Attacke im Wasserpark – alle frei!

Gericht
01.07.2026 14:45
Porträt von krone.at
Von krone.at

Paukenschlag im Wiener Landesgericht: Im Prozess um den brutalen Gruppenangriff auf vier junge Männer im Wasserpark in Wien-Floridsdorf sind am Mittwoch alle zehn Angeklagten freigesprochen worden. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Die zehn Männer im Alter zwischen 15 und 27 Jahren wurden umgehend aus der Haft entlassen.

Dabei hatte der Fall im vergangenen November für Entsetzen gesorgt. Rund 30 Syrer sollen am 19. November 2025 mit Stöcken, Schlagringen, Pfefferspray, Messern und sogar einer Schreckschusspistole auf vier junge Männer losgegangen sein. Die Opfer wurden teils schwer verletzt. Die Anklage sprach von einer „massiven Gewaltattacke“.

Beweise reichten für Verurteilung nicht aus
Schon am Dienstag sorgte der Prozess für eine überraschende Wende. Mehrere Opfer änderten im Zeugenstand ihre bisherigen Aussagen. Am Mittwoch erklärten weitere Zeugen, sie könnten sich an die Geschehnisse nicht mehr erinnern. Am Ende reichten die Beweise für eine Verurteilung nicht aus.

Den Angeklagten wurde schwere Körperverletzung vorgeworfen. Einzelnen wurde lediglich eine Beteiligung an der Tat angelastet, anderen nur ein versuchter Angriff. Gegen den jüngsten Angeklagten stand sogar der Vorwurf des versuchten Mordes im Raum.

Streit wegen angeblicher „Ehrverletzung“
Auslöser der Eskalation soll laut Anklage eine „Ehrverletzung“ gewesen sein. Einer der späteren Beschuldigten habe die Kränkung nicht hinnehmen wollen und Bekannte über eine Chatgruppe nach Floridsdorf gerufen. Dort habe es laut Anklage eine „gewaltige Abreibung“ geben sollen.

Das spätere Opfer war nach eigenen Angaben zu einer friedlichen Aussprache auf den Skaterplatz im Wasserpark bestellt worden. Zur Sicherheit nahm er seinen jüngeren Bruder und zwei Freunde mit. Statt eines Gesprächs kam es jedoch zu einer brutalen Attacke.

Mutmaßlicher Drahtzieher weiter auf der Flucht
Während die nun freigesprochenen Angeklagten jede Schuld bestritten und erklärten, sie seien lediglich zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen oder aus Neugier zum Treffpunkt gekommen, bleibt der mutmaßliche Organisator des Angriffs verschwunden. Der laut Ermittlern als Drahtzieher geltende Verdächtige konnte bis heute nicht gefasst werden. Auch zahlreiche weitere Beteiligte an der Schlägerei sind nach wie vor nicht ausgeforscht.

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