Fossil wurde vergessen

Dino-Knochen lag 40 Jahre unentdeckt in Schublade

Wissen
30.06.2026 21:55

Zugegeben: Recht auffällig schaut der Knochen für einen Laien nicht aus – für die Forscher, die ihn vor 40 Jahren entdeckt haben, aber offenbar auch nicht. Deswegen wurde das Fossil einfach in einer Schublade verstaut. Erst jetzt haben Wissenschaftler herausgefunden, um welch sensationellen Fund es sich handelt ... 

Vor ungefähr 40 Jahren entdeckte ein Forscherteam den unauffällligen Knochen in der Antarktis. Als „Wirbel eines großen Reptils“, hatte der Geologe Mike Thompson ihn in seinem Notizbuch bezeichnet – doch, von welchem Tier genau der Knochen stammte, erkannte er nicht. Deswegen landete das Fossil im Jahr 1985 einfach in einer Schublade des Polarforschungsinstituts des Vereinigten Königreichs, wie der Sender BBC berichtet.

40 Jahre lang lag der Knochen dann vergessen inmitten tausender Fundstücke in der Lade des British Antarctic Surveys in Cambridge. Erst vor kurzem entdeckte Wissenschaftler Mark Evans das Fossil und hatte sofort eine Vermutung, von welchem Tier der Knochen sein könnte: einem Dinosaurier. Tatsächlich ist dieses unscheinbar aussehende Fossil damit auch der erste Dinosaurierknochen, der jemals in der Antarktis gefunden wurde. 

Der Knochen stammt von einem Titanosaurier.
Der Knochen stammt von einem Titanosaurier.(Bild: AP/Lucie Goodayle)

Der Knochen ist von einem Titanosaurier, wie die Wissenschaftler jetzt herausgefunden haben. Zu deren Gruppe gehören die größten Saurier, die jemals gelebt haben, mittlerweile sind mehr als 100 Titanosaurier-Arten bekannt. Teils wurden die Tiere bis zu 35 Meter lang und wogen etwa 60 Tonnen. 

Forscher schätzen, dass das entdeckte Fossil zu einem Saurier gehörte, der nur rund sieben Meter lang war. „Vielleicht handelte es sich um einen jungen Dinosaurier, oder vielleicht war er tatsächlich ein kleiner Exemplar“, sagte Paul Barrett vom Natural History Museum. 

Der Dinosaurier lebte vor 82 Millionen Jahren, damals schaute die Antarktis noch völlig anders aus als heute. Statt Eis und Schnee gab es dort üppige Wälder, in denen die pflanzenfressenden Titanosaurier viel Nahrung fanden.

Nach 1985 wurden noch einige wenige Dinosaurierknochen in der Antarktis gefunden. Für Forscher ist die Arbeit in dem abgelegenen Teil der Welt recht schwierig, die Spuren des längst vergangenen Lebens liegen unter dem Eis. Deswegen ist das gerade erst wiederentdeckte Fossil für die Wissenschaft umso wertvoller.

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