Das Thermometer der Messstation beim Salzburger Flughafen kletterte auf ein Rekord-Niveau. Viele Arbeiter aus unterschiedlichen Berufen kämpften in Stadt und Land gegen die Hitze an. Wer frei hatte, war in der Natur oder am See zu finden. Im Vergleich zu 1961 hatte es im Juni im Schnitt vier Grad mehr!
Heiß, heißer, Juni: Vor allem das letzte Wochenende trieb den Salzburgern den Schweiß auf die Stirn. Kein Wunder: 37,4 Grad gab es im ersten Sommermonat bei der Messstation am Flughafen Salzburg noch nie. Und auch im restlichen Bundesland war es heißer als normalerweise um diese Jahreszeit. „Heuer war der Start in den Sommer sehr warm“, sagt Christian Ortner, Meteorologe bei der Geosphere Austria, zur „Krone“.
Die Statistiken zeigen: Im Jahr 1961 war der Juni mit 16,9 Grad Celsius im Schnitt um vier Grad kühler als heuer. Sowohl 1962 als auch 1969 waren es sogar nur 14,3 Grad.
Mehr Rotkreuz-Einsätze wegen der starken Hitze
Dabei bewegten sich die Temperaturen heuer bereits in einem Bereich, der für Menschen gefährlich werden kann. So verzeichnete das Rote Kreuz wegen der Rekordhitze am Wochenende 40 Prozent mehr Einsätze. Die Sanitäter rückten oft wegen Kollaps und Kreislaufproblemen aus. Bei der Gesundheitsberatung 1450 standen die Telefone nicht still. Viele hatten Fragen wegen hitzebedingter Beschwerden.
In Mattsee wurde ein Sommerfest kurzfristig abgesagt: „Das ist bei dem Wetter zu gefährlich – auch für unsere Mitarbeiter“, sagte Veranstalterin Enikö Flörl. Weitere Veranstaltungen folgten diesem Beispiel. Es war einfach zu heiß!
Bauarbeiter erzählten der „Krone“, dass sie täglich sechs Liter Wasser trinken, um gesund über die Runden zu kommen. Zudem sind Wassermelonen auf Baustellen derzeit beliebt. Kellner freuten sich darüber, kurz durch Brunnen laufen zu können. Jene, die das Glück hatten, frei zu haben, zog es an Seen und in die Wälder.
Immerhin seien die Nächte in Salzburg noch erträglich gewesen: „Sogenannte Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad Celsius fällt, waren auch im Juni relativ selten“, sagt Ortner. An der Messstation beim Flughafen wurden davon bloß zwei gemessen. In stark verbautem Gebiet – etwa der Stadt Salzburg – könne es davon etwas mehr geben. In den Bergen wiederum kühle es aber nachts noch recht stark ab.
Trends zeigen: Auch der Juli wird wieder sehr heiß
Eine ähnliche Hitze kann uns auch im Juli wieder blühen. Erste Trends zeigen, dass es nach einer Kaltfront dieser Tage spätestens ab kommender Woche mit den Temperaturen wieder deutlich nach oben gehen soll – und das in ganz Mitteleuropa. „Es ist wahrscheinlich, dass auch der Juli wieder überdurchschnittlich wird“, erzählt der Meteorologe.
Dabei sei der Trend der letzten 30 Jahre gewaltig: „Man braucht sich nur das rasche Schmelzen der Gletscher anzuschauen. Das ist ein drastisches Zeichen, wie schnell die Temperatur-Kurve nach oben geht.“, so Ortner. Natürlich könne es in den nächsten Jahren auch wieder Sommer geben, die kühler ausfallen – diese werden aber immer mehr die Ausnahme bilden. „In Salzburg nehmen zu warme Monate massiv überhand“, erklärt der Meteorologe. „Und das während aller Jahreszeiten.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.